Feuerwehren in Quedlinburg mit über 6.000 Einsatzstunden im Jahr 2025
Das Jahr 2025 stellte die freiwilligen Feuerwehren der Welterbestadt Quedlinburg sowie der Ortswehren Quedlinburg und Gernrode vor immense Herausforderungen. Die Einsätze reichten von spektakulären Großbränden bis hin zu alltäglichen Notlagen, wobei insbesondere die Zahl der Türöffnungen deutlich angestiegen ist. Stadtwehrleiter Sebastian Petrusch äußert sich kritisch zu dieser Entwicklung und den Belastungen für die Ehrenamtlichen.
Vier große Einsätze prägten das Feuerwehrjahr
Zu den herausragenden Ereignissen des Jahres zählen vier bedeutende Einsätze, die die Feuerwehrkräfte über Stunden und Tage beanspruchten. Im Juli forderte ein Waldbrand am Lehof-Felsen in Quedlinburg die Einsatzkräfte über drei Tage hinweg. Bereits im Juni kam es zu einem Wohnhausbrand in der Ellernstraße in Bad Suderode, bei dem zunächst die Balkonkonstruktion Feuer fing und sich das Feuer dann ins Innere des Hauses ausbreitete. Die Feuerwehr konnte drei Menschen aus dem stark beschädigten Gebäude retten.
Ein weiterer schwerer Brand ereignete sich im November in einem Gebäude im Gipshüttenweg in Gernrode. Zudem stand im Mai ein Gefahrguteinsatz am Kaufland in Quedlinburg auf dem Programm, bei dem ein Chemiealarm die Feuerwehr in Atem hielt.
6.001 Einsatzstunden dokumentieren hohe Belastung
Insgesamt verzeichneten die Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehren Quedlinburg und Gernrode im Jahr 2025 genau 6.001 Stunden im aktiven Einsatzdienst. Stadtwehrleiter Sebastian Petrusch teilt mit, dass die Aktiven der Ortsfeuerwehr Quedlinburg allein 4.497 Einsatzstunden absolvierten. Die Ehrenamtlichen der Ortsfeuerwehr Gernrode waren 1.504 Stunden im Einsatz.
Diese Zahlen verdeutlichen die immense Arbeitsbelastung, der die freiwilligen Feuerwehrleute ausgesetzt sind. Neben den großen Brand- und Gefahrguteinsätzen gehören auch zahlreiche kleinere Notfälle zum Alltag, wobei Türöffnungen einen stetig wachsenden Anteil ausmachen.
Kritik des Stadtwehrleiters an Entwicklungen
Stadtwehrleiter Sebastian Petrusch übt in seiner Bilanz deutliche Kritik. Er weist darauf hin, dass die steigende Zahl von Einsätzen, insbesondere bei Türöffnungen, die Kapazitäten der Feuerwehren stark beansprucht. Diese Entwicklung stellt die Ehrenamtlichen vor zusätzliche Herausforderungen, da sie neben ihren regulären Berufen und familiären Verpflichtungen immer häufiger ausrücken müssen.
Petrusch betont die Notwendigkeit, die Ausrüstung und personelle Unterstützung der Feuerwehren zu verbessern, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Die freiwilligen Feuerwehren sind ein unverzichtbarer Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge, doch ihre Ressourcen sind begrenzt.
Die Bilanz des Jahres 2025 zeigt eindrucksvoll, wie unverzichtbar der Einsatz der Feuerwehrkräfte in Quedlinburg und Umgebung ist. Gleichzeitig mahnt sie zu mehr Unterstützung und Wertschätzung für diejenigen, die sich täglich für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger einsetzen.



