Grünwalder Stadion: OB-Kandidaten Krause und Reiter zur Zukunft des Sechzgerstadions
Die Debatte um die Zukunft des Grünwalder Stadions in München nimmt an Fahrt auf. Die beiden Oberbürgermeisterkandidaten Dominik Krause (Grüne) und Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) haben sich in exklusiven Statements zur geplanten Erweiterung der traditionsreichen Spielstätte des TSV 1860 München geäußert. Beide Politiker sehen 2026 als entscheidendes Jahr für das Projekt.
Dominik Krause: „Will keine Versprechungen machen“
Der grüne OB-Kandidat Dominik Krause, der selbst in der Nachbarschaft des Grünwalder Stadions wohnt, beschreibt Spieltage als „Feiertage“ für das gesamte Viertel. „Da bebt das ganze Viertel. Ich liebe diese Atmosphäre, besonders um die Tela und das Stadion,“ schwärmt Krause. Obwohl er sich selbst nicht als Fußballfan bezeichnet, besuchte er kürzlich das Spiel gegen Aue und lobte die „super Stimmung“.
Für Krause ist das Stadion ein integraler Bestandteil Giesings: „Das gehört zur DNA unseres Viertels.“ Er sieht es sogar als Bollwerk gegen die Aufwertung: „Giesing ist nicht so geschleckt, noch sehr münchnerisch. Daran hat das Stadion einen großen Anteil, es wirkt ins ganze Viertel hinein.“
Zur finanziellen Unterstützung des Ausbaus äußert sich Krause vorsichtig: „Ich will keine Versprechungen machen, die ich später nicht halten kann.“ Gleichzeitig betont er: „Aber wenn wir als Stadt eine hohe Summe Steuergeld investieren, dann muss am Ende auch eine moderne Spielstätte stehen.“ Das von SPD und Löwen favorisierte Erbpacht-Modell bezeichnet auch Krause als „richtigen Weg“, verweist aber auf die noch ausstehende Machbarkeitsstudie.
Dieter Reiter: Erbpacht als „favorisierte Lösung“
Amtsinhaber Dieter Reiter bekräftigt seine Unterstützung für das Erbpacht-Modell: „Meine favorisierte Lösung für das Grünwalder Stadion bleibt die Erbpacht, weil sie dem TSV 1860 München langfristige Planungssicherheit gibt und gleichzeitig das Stadion in städtischer Hand bleibt.“ Reiter zeigt sich erfreut über die von den Löwen initiierte Machbarkeitsstudie: „Das zeigt, dass die Verantwortlichen das Sechzgerstadion als Heimat der Löwen weiterentwickeln wollen.“
Reiter betont jedoch auch die Dringlichkeit: „Wenn eine Erweiterung rechtlich möglich ist, unterstützt die Stadt den TSV 1860 München selbstverständlich dabei.“ Hintergrund ist der zunehmende Sanierungsbedarf des Stadions. Aus der Verwaltung heißt es, dass bei weiterer Verzögerung sogar Bereiche gesperrt werden müssten, da sie zu baufällig werden.
Gemeinsame Positionen und Unterschiede
Beide Kandidaten teilen wichtige Grundpositionen:
- Befürwortung des Erbpacht-Modells für den Stadionausbau
- Unterstützung des TSV 1860 München als Nutzer
- Betonung der Bedeutung des Grünwalder Stadions für Giesing
- 2026 als entscheidendes Jahr für die Zukunft des Stadions
Während Reiter als Amtsinhaber bereits konkrete Fortschritte in der Zusammenarbeit mit Löwen-Präsident Gernot Mang vermelden kann und von einer „Lieblingslösung“ mit 25.000 Zuschauerplätzen spricht, bleibt Krause zurückhaltender. Der Grünen-Kandidat will erst die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie abwarten und betont: „Ich werde mit den Löwen auf Augenhöhe sprechen, vertraulich und wertschätzend.“
Die Entscheidung über die Zukunft des Grünwalder Stadions wird somit nicht nur sportpolitische, sondern auch wahlentscheidende Bedeutung für München haben. Unabhängig vom Ausgang der OB-Wahl zeichnet sich ab, dass 2026 tatsächlich das Jahr der Weichenstellungen für das traditionsreiche Sechzgerstadion werden wird.



