Evangelische Kirche in Uckermark positioniert sich klar gegen Rechtsextremismus vor Landratswahl
Kirche in Uckermark gegen Rechtsextremismus vor Wahl

Evangelische Kirche in Uckermark bezieht klare Position vor Landratswahl

Die evangelische Kirchengemeinde Templin um Pfarrer Veit Böhnke und Superintendent Uwe Simon vom evangelischen Kirchenkreis Oberes Havelland haben ihre Beweggründe für die Unterzeichnung eines kontrovers diskutierten offenen Briefes des Bündnisses „Lebenswerte Uckermark für alle“ ausführlich dargelegt. In einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Titel „Wir stehen für das Grundgesetz – und für die Würde jedes Menschen“ reagieren sie auf die Debatte um den Beitrag „Offener Brief der Bürgerstiftung gibt indirekte Wahlempfehlung für Landrätin“.

Grundgesetz und christliches Menschenbild als Leitlinie

Superintendent Simon und Pfarrer Böhnke betonen, dass sie zu den Erstunterzeichnern des offenen Briefes gehören, weil dieser präzise beschreibe, wofür sie einstehen: „Einer Uckermark, in der Demokratie und Zusammenhalt stärker sind als Ausgrenzung und in der Probleme gemeinsam gelöst werden.“ Die am 19. April bevorstehenden Landratswahlen seien aus ihrer Sicht mitentscheidend für die künftige Entwicklung der Region. „Als Evangelische Kirchengemeinde Templin, als Evangelischer Kirchenkreis Oberes Havelland orientieren wir uns am Grundgesetz und dem christlichen Menschenbild, das jedem Menschen Würde und Nächstenliebe zuspricht“, erklären die kirchlichen Vertreter.

Keine Neutralität bei Angriffen auf Demokratie

Ein Neutralitätsgebot bedeute für sie keinesfalls, gegenüber Angriffen auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu schweigen. „Wer sich am Grundgesetz orientiert, ist vielmehr verpflichtet, klar Stellung zu beziehen, wenn Menschenwürde und demokratische Prinzipien infrage gestellt werden“, so Simon und Böhnke. Diese Haltung sei aus ihrer Perspektive „keine Parteinahme, sondern Ausdruck verantwortlichen Handelns“.

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Gleichzeitig weisen sie die Ansicht zurück, dass Kritik an rechtsextremen Positionen den Meinungspluralismus einschränke. „Demokratie lebt vom Streit der Argumente – aber auch davon, dass ihre Grenzen klar benannt werden. Wer Menschen abwertet und gegeneinander ausspielt, verlässt diesen gemeinsamen Rahmen“, stellen die Kirchenvertreter unmissverständlich klar.

Dialog und Verantwortung als kirchlicher Ansatz

Ihr grundsätzlicher Ansatz umfasse drei wesentliche Elemente:

  • Zuhören und Verständnis entwickeln
  • Diskutieren und Positionen austauschen
  • Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen

Den offenen Brief betrachten sie als „ein Angebot, darüber ins Gespräch zu kommen, wie wir in der Uckermark zusammenleben wollen“. Dabei gehöre für sie Klarheit in der Sache und Respekt im Umgang „untrennbar zusammen“. Die kirchlichen Institutionen positionieren sich damit deutlich in der politischen Debatte um die Zukunft der Uckermark, ohne dabei ihre grundlegenden Werte aus den Augen zu verlieren.

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