Loitz wartet weiter: Straßensanierung verzögert sich bis 2028
Die dringend benötigte Grunderneuerung des schlimmsten Abschnittes der Landesstraße L261 durch Loitz wird sich bis mindestens 2028 verzögern. Das teilte das zuständige Straßenbauamt Neustrelitz (SBA) in einer Ausschusssitzung mit und nannte dabei überraschende Gründe für die Verzögerung.
Jarmens Kreisverkehr als Verzögerungsgrund
Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung, Bau und Verkehr der Kommune Loitz waren Mitarbeiter des Straßenbauamtes Neustrelitz per Videokonferenz zugeschaltet. SBA-Chef Jens Krage machte für die Verzögerungen der Loitzer Straßensanierung auch die zusätzlich in die mittelfristige Planung aufgenommene Umgestaltung der Kreuzung der L35 mit der örtlichen Hauptstraße in Jarmen zu einem Kreisverkehr verantwortlich.
„Solche Vorhaben aus Sicherheitsgründen genießen Priorität“, hieß es aus Neustrelitz. Die Betreuung des Jarmener Kreisverkehrs obliege demselben Büro wie das Loitzer Projekt, wodurch letzteres arbeitstechnisch ins Hintertreffen geraten sei. Schließlich gehe es in Jarmen um die Beseitigung einer Unfallhäufungsstelle, was vorrangig behandelt werde.
Baumprobleme verschärfen die Situation
Doch der Jarmener Kreisverkehr ist nicht der einzige Grund für den Verzug in Loitz. Ein weiteres Problem stellt das Thema Bäume dar. Ursprünglich sollte die Landesstraße bei ihrer Erneuerung weiter durch die vorhandene Allee geführt werden. Doch eine tiefgründige Begutachtung der Gehölze bis zum Wurzelwerk brachte fatale Ergebnisse.
„Oberirdisch sahen die Bäume noch gut aus“, bestätigte Jens Krage kritische Einschätzungen zu der bereits erfolgten Fällung von elf Kastanien. „Da haben sie relativ gutes, kerniges Holz.“ Aber durch Tiefbauarbeiten in den Jahren zuvor seien vermutlich mit Baggern auf der Gehwegseite sämtliche Hauptwurzeln durchtrennt worden, was die Standsicherheit der großen Exemplare gefährde.
Projektstatus und Zeitplan
Das Projekt „Am Mühlenteich“ befindet sich laut dem zuständigen Sachgebietsleiter Michael Görlach in der dritten von sechs sogenannten Leistungsphasen, die voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen wird. Momentan erfolgen FFH-Vorprüfungen und Einzelfall-Vorprüfungen im Straßenbauamt.
Parallel dazu sei der landschaftspflegerische Begleitplan in Arbeit, es folgten überdies Abstimmungen mit den Leitungsträgern. Ab 2027 stellte Görlach den Grunderwerb und die Ausführungsplanung in Aussicht. Das SBA hofft dabei, ein Planfeststellungsverfahren für Loitz vermeiden zu können, da dies mehr Aufwand und damit Zeit kosten würde.
Frust in der Stadtvertretung
Die neuen Terminzusagen trafen im Sitzungssaal auf Sarkasmus und Unverständnis. Stadtvertreter Klaus Rabe äußerte sich deutlich: „Wir reden hier über 200 Meter Straße in sieben Jahren! Ich lache mich tot. Das Ganze ist für mich ein schlechter Witz und den Loitzer Bürgern kaum zu vermitteln.“
Ausschussvorsitzender Jens Steinfurth warf ein, dass mit dem Grunderwerb keine Probleme zu erwarten seien, da sich die nötigen Randbereiche großteils in städtischer Hand befänden. Die Kommune habe längst ihre Zustimmung zur finanziellen Beteiligung gegeben und entsprechende Mittel reserviert.
Ungewisse Zukunft
Eine hundertprozentige Zusage konnte und wollte SBA-Chef Jens Krage den Loitzern nicht geben. Allerdings sei die L261 fester Bestandteil der lang- und mittelfristigen Planung, und bei solchen grundhaften Erneuerungen mit der Beteiligung weiterer Partner würden Verzögerungen eigentlich vermieden. Er gehe davon aus, dass wenn alles zum Abschluss komme wie gedacht, „2028 vielleicht der Bau startet“.
Die rund 200 Meter Landesstraße nördlich des Hafenbereiches in Loitz, die noch immer gepflastert sind, werden also noch einige Jahre auf ihre Grunderneuerung warten müssen. Ursprünglich war die Sanierung für 2026 in Aussicht gestellt worden, nachdem die Vorbereitungen bereits im Jahr 2000 gestartet waren.



