Historischer Wahlsieg in München: Dominik Krause wird erster grüner Oberbürgermeister
München: Dominik Krause wird erster grüner Oberbürgermeister

Historischer Wahlsieg in München: Dominik Krause wird erster grüner Oberbürgermeister

In der bayerischen Landeshauptstadt München hat sich am 23. März 2026 ein politischer Wechsel von historischer Dimension vollzogen. Der 35-jährige Dominik Krause von den Grünen setzte sich in der Stichwahl gegen den bisherigen Amtsinhaber Dieter Reiter von der SPD durch und wird damit der erste grüne Oberbürgermeister der Stadtgeschichte. Zugleich ist Krause der erste offen schwule Bürgermeister Münchens und der jüngste seit Hans-Jochen Vogel, der von 1960 bis 1972 regierte.

Euphorische Feier in der Muffathalle

In der voll besetzten Muffathalle herrschte am Wahlabend ausgelassene Stimmung, als die ersten Ergebnisse bekannt wurden. Die Anhänger der Grünen feierten den überraschenden Erfolg ihres Kandidaten, der bereits im ersten Wahlgang vor zwei Wochen für Aufsehen gesorgt hatte. „Dominik ist auf die Straße gegangen und hat gezeigt: ‚Hier bin ich!‘“, kommentierte ein Partygast den Erfolg. Die Menge jubelte, lag sich in den Armen und stimmte schließlich den Wiesn-Hit „Bella Napoli“ an – ein bewusstes Signal, das bereits beim vergangenen Wahlabend gesetzt worden war.

Für Krause selbst begann der Tag ruhig und routiniert: Nach dem Gang zur Wahlurne am Morgen verbrachte er Zeit mit seinem Verlobten Sebastian Müller bei einem gemeinsamen Brunch. Am Abend dann der emotionale Höhepunkt: Auf der Bühne der Muffathalle wurde er von den frisch gewählten Grünen-Stadträten empfangen. „Es ist wirklich irre“, sagte der sichtlich bewegte Krause angesichts des historischen Moments.

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Sachlicher Stil als Erfolgsrezept

Im Wahlkampf setzte Krause konsequent auf einen betont sachlichen und respektvollen Stil. Persönliche Angriffe vermied er weitgehend, stattdessen stellte er politische Inhalte in den Vordergrund und inszenierte sich erfolgreich als Gegenentwurf zur bisherigen Rathauspolitik. Diese Strategie zahlte sich aus, obwohl Beobachter sie zunächst als riskant eingeschätzt hatten.

Selbst die Diskussionen um den gut dotierten Nebenposten seines Kontrahenten Dieter Reiter beim FC Bayern nutzte Krause nicht für offene politische Angriffe. Stattdessen blieb er zurückhaltend und konzentrierte sich auf seine eigenen Themen. In den letzten Wochen des Wahlkampfs spürte er nach eigenen Angaben „eine besondere Atmosphäre auf der Straße, den Wunsch nach Erneuerung“.

Persönlicher Dank an Verlobten Sebastian Müller

Auf der Bühne der Muffathalle wurde es auch persönlich: Krause dankte ausdrücklich seinem Verlobten Sebastian Müller für die Unterstützung während des anstrengenden Wahlkampfs. „Er war eine große Stütze“, betonte der neugewählte Oberbürgermeister im Gespräch. Gleichzeitig hob er hervor, dass diese Unterstützung auf Gegenseitigkeit beruhe.

Müller, der als Arzt einen eigenen Berufsweg geht, wird von Krause als „Partner auf Augenhöhe“ geschätzt. Trotz der neuen und fordernden Aufgabe als Oberbürgermeister wollen beide sich gemeinsame Zeit bewahren. Die Beziehung der beiden Männer steht symbolisch für einen gesellschaftlichen Wandel in der traditionsreichen Stadt.

Ausblick auf die Amtszeit

Bereits am Tag nach der Wahl kündigte Krause konkrete Arbeit an: „Ich habe Demut vor dem Amt“, erklärte er. Es gebe einiges zu tun in der bayerischen Metropole. Der neue Oberbürgermeister signalisierte Gesprächsbereitschaft mit allen demokratischen Parteien und betonte: „Wir werden natürlich auf die SPD zugehen.“

Zuvor hatte er bereits seinem unterlegenen Kontrahenten Dieter Reiter persönlich gratuliert und sich per Textnachricht für den respektvollen Umgang während des Wahlkampfs bedankt. „Die Aufbruchsstimmung der letzten Zeit wollen wir in den kommenden Jahren in konkrete Politik übersetzen“, kündigte Krause an. Ihm sei wichtig, miteinander zu sprechen und vielleicht auch über die üblichen Parteigrenzen hinweg zusammenzukommen.

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Der in Obermenzing aufgewachsene Politiker, der zuvor bereits als Zweiter Bürgermeister Teil der Rathausspitze war, steht nun für einen klaren Bruch mit der Vergangenheit. Sein Erfolg markiert das Ende der seit Jahrzehnten währenden sozialdemokratischen Dominanz in der Münchner Stadtpolitik und könnte Signalwirkung für andere deutsche Großstädte haben.