U18-Wahl in München: So hätten die Jugendlichen am Sonntag entschieden
Während die erwachsenen Münchnerinnen und Münchner am Sonntag, dem 8. März 2026, zur Kommunalwahl aufgerufen sind, haben die Jugendlichen der Stadt bereits eine Woche zuvor ihr Votum abgegeben. Bei der vom Kreisjugendring München organisierten U18-Wahl konnten Minderjährige vom 16. bis 27. Februar in rund 70 Wahllokalen ihre Stimme zur Wahl des Oberbürgermeisters, des Stadtrats und der Bezirksausschüsse abgeben. Insgesamt beteiligten sich 6.549 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren an dieser demokratischen Übung.
Dieter Reiter bleibt bei Jugendlichen beliebter Oberbürgermeister
Das Ergebnis der U18-Oberbürgermeisterwahl zeigt eine klare Präferenz für den amtierenden Stadtoberhaupt. Dieter Reiter von der SPD konnte 33,4 Prozent der jugendlichen Stimmen für sich gewinnen. Damit würde er, wenn es nach den Jugendlichen ginge, weiterhin das Rathaus am Marienplatz leiten. Auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand Dominik Krause von den Grünen, der 21,3 Prozent der Stimmen erhielt. Die weiteren Ergebnisse:
- Stefan Jagel (Die Linke): 12,5 Prozent
- Clemens Baumgärtner (CSU): 12,4 Prozent
- Markus Walbrunn (AfD): 6,3 Prozent
- Sonstige Kandidaten (u.a. FDP, VOLT, Freie Wähler): 14 Prozent
Stadtratswahl: Rot-Grün vorn, aber ohne eigene Mehrheit
Bei der parallelen U18-Wahl zum Münchner Stadtrat zeichnet sich ein ähnliches Bild ab, allerdings mit interessanten Nuancen. Die SPD wäre mit 22,7 Prozent der Stimmen stärkste Kraft, gefolgt von den Grünen mit 19 Prozent. Zusammen kämen die beiden Parteien der aktuellen Koalition jedoch nur auf 41,7 Prozent und hätten damit keine eigene Mehrheit. Weitere Ergebnisse der Stadtratswahl:
- Die Linke: 16,5 Prozent
- CSU: 14,5 Prozent
- AfD: 7,9 Prozent
- Sonstige Parteien: 19,5 Prozent
Besonders auffällig ist der hohe Anteil der sonstigen Parteien, der mit 19,5 Prozent deutlich über den Ergebnissen bei der Oberbürgermeisterwahl liegt. Die stärksten unter diesen sind VOLT mit 4,5 Prozent, die Freien Wähler mit 3,6 Prozent und die FDP mit 3,2 Prozent.
Landkreis München: Göbel (CSU) bei Jugendlichen vorn
Nicht nur in der Stadt München, sondern auch im Landkreis München fand eine U18-Wahl statt. Hier beteiligten sich 5.252 Jugendliche in 35 Wahllokalen an der Wahl des Landrats. Das Ergebnis zeigt eine andere politische Landschaft: Christoph Göbel von der CSU konnte mit 28,5 Prozent die meisten Stimmen auf sich vereinen. Damit würde der amtierende Landrat, wenn es nach den Jugendlichen ginge, weitere sechs Jahre im Amt bleiben. Die weiteren Kandidaten:
- Wolfgang Panzer (SPD): 22,9 Prozent
- Marion Seitz (Bündnis90/Die Grünen): 18,7 Prozent
- Katharina Diem (FDP): 12 Prozent
- Gerald Otten (AfD): 9,5 Prozent
- Nikolaus Kraus (Freie Wähler): 8,4 Prozent
Politische Bildung und Information im Vordergrund
Die U18-Wahlen dienten nicht nur der Stimmabgabe, sondern auch der politischen Bildung. In den Wahllokalen konnten sich interessierte Jugendliche umfangreich über die anstehende Kommunalwahl und die kandidierenden Parteien informieren. Diese Initiative des Kreisjugendrings München ermöglichte es jungen Menschen, sich frühzeitig mit dem demokratischen Prozess vertraut zu machen und ihre politischen Präferenzen zu artikulieren.
Die Ergebnisse der U18-Wahlen bieten einen interessanten Einblick in die politischen Einstellungen der jungen Generation in München und dem Landkreis München. Während die offiziellen Wahlergebnisse der erwachsenen Bevölkerung erst nach Schließung der Wahllokale am Sonntag um 18 Uhr und Auszählung aller Briefwahlstimmen vorliegen werden, zeigen die Jugendlichen bereits heute, wie sie die politische Zukunft ihrer Stadt gestalten würden.



