Loitz ringt um Hotspot: Neue Hafenordnung entscheidet über Zukunft der Peene-Camping-Wiese
Während die Peene in Loitz derzeit unter einer Eisdecke ruht, laufen die Vorbereitungen für die kommende Sommersaison auf Hochtouren. Die Stadtverwaltung und politischen Gremien stehen vor einer wegweisenden Entscheidung, die über die Zukunft des beliebten Hafengeländes bestimmen wird.
Hotspot mit wachsenden Problemen
Der Loitzer Hafen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Tourismusmagnet entwickelt. Besonders während der Sommermonate reihen sich Wohnmobile wie Perlen an einer Kette entlang der Kaikante auf der großen Rasenfläche. Doch dieser Erfolg bringt erhebliche Probleme mit sich: Die Wiese wird durch die schweren Fahrzeuge zunehmend beschädigt, während klassische Zelte immer seltener aufgeschlagen werden.
„Die Aussicht von der Wiese auf die Peene ist top. Aber für die Preise, die jetzt gelten, geht es nicht, da muss was gemacht werden“, bringt Bauausschussvorsitzender Jens Steinfurth (CDU) die aktuelle Situation auf den Punkt. Die Dauernutzung durch Wohnmobil-Besitzer, die oft länger als eine Nacht verweilen, stellt die Infrastruktur vor große Herausforderungen.
Kontroverse Diskussionen im Bauausschuss
Bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde deutlich, wie kontrovers die Zukunft des Hafengeländes diskutiert wird. Bauamtsleiter René Hessenstein wollte eine Grundsatzentscheidung herbeiführen, doch die Meinungen gingen weit auseinander.
Frank Baresel (CDU) machte auf das zentrale Problem aufmerksam: „Die Leute fahren uns mit ihren Mobilen die Wiese kaputt.“ Tilo Janzen, Einzelbewerber im Ausschuss, plädierte dafür, die Wiese als Hotspot für Zelter und Kanufahrer zu erhalten: „Ich verstehe, dass der Platz dort ein Hotspot ist, doch wir haben keine vernünftige Auffahrmöglichkeit.“
Noch radikaler war der Vorschlag von Tilo Schulz, sachkundigem Bürger im Gremium: „Ich würde den Platz komplett schließen. Wir lassen uns die Fläche dort sonst komplett zerstören.“
Empfehlungen für eine nachhaltige Lösung
Trotz der unterschiedlichen Positionen konnte der Bauausschuss schließlich konkrete Empfehlungen aussprechen. Die Mehrheit der Mitglieder sprach sich dafür aus, sowohl die Fläche am Hafen als auch das ehemalige ACZ-Gelände zu entwickeln.
Ein wichtiger Schritt soll die Verlagerung der Trailer auf das ehemalige ACZ-Gelände sein. Dies würde das Problem lösen, dass Bootstransporter Parkflächen blockieren, die eigentlich für Besucher reserviert sind, die mit dem Pkw anreisen, um spazieren zu gehen oder das Restaurant zu besuchen.
Einigkeit herrschte in einem zentralen Punkt: „Dieser Bereich muss gewährleistet sein“, betonte Jens Steinfurth zur Frage der Zeltflächen. Der Ausschuss empfahl ausdrücklich, weiterhin Bereiche für Zelter auszuweisen.
Umfassende Neuregelung der Hafenordnung
Die Diskussion um Wohnmobile und Zelte ist nur ein Teilaspekt einer umfassenden Neuregelung der Hafenordnung, über die die Stadtvertretung in ihrer Sitzung am 26. Februar entscheiden muss. Das Gesamtpaket beinhaltet zahlreiche weitere Regelungen:
- Umgang mit Fahrgastschiffen und Anglern auf dem Hafengelände
- Fäkalienentsorgung einschließlich Frisch- und Grauwasserbereitstellung
- Nutzung von Duschen, Toiletten und Behinderten-WC
- Regelung privater Dauerliegeplätze und gewerblicher Nutzung
Besonders heikel ist die Frage der Dauerliegeplätze. Die Verwaltung wies darauf hin, dass die Förderbedingungen zur Hafensanierung bis Ende 2031 eine maximale Liegezeit von drei Wochen vorsehen. Dauerliegeplätze sind damit ausdrücklich ausgeschlossen, obwohl vermehrt Anfragen von Privatpersonen nach saisonalen Dauerliegeplätzen eingehen.
Perspektiven bis 2027
Der Bauausschuss empfahl schließlich, beide Flächen – die Wiese direkt an der Peene und das ehemalige ACZ-Gelände – perspektivisch bis 2027 zu entwickeln. Während vier Ausschussmitglieder dafür plädierten, dass die Peene-Wiese weiter von Wohnmobilen angesteuert werden kann, lehnten drei Mitglieder dies ab.
Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der Stadtvertretung, die über die neue Hafenordnung und damit über die Zukunft dieses wichtigen Tourismusstandortes entscheiden wird. Die Balance zwischen touristischer Attraktivität und nachhaltiger Nutzung des sensiblen Hafengeländes stellt Loitz vor eine der wichtigsten kommunalpolitischen Entscheidungen der kommenden Jahre.



