Pflastersteine in Neustrelitz: Politik entscheidet für Wiederverwendung und spart 100.000 Euro
Neustrelitz: Alte Pflastersteine werden wiederverwendet

Neustrelitzer Augustastraße: Wiederverwendung alter Pflastersteine beschlossen

Die Sanierung der Augustastraße in Neustrelitz beschäftigt weiterhin die Kommunalpolitik. Nach einer erneuten Diskussion im Bauausschuss hat sich eine deutliche Mehrheit dafür ausgesprochen, die historischen Pflastersteine möglichst vollständig wiederzuverwenden. Diese Entscheidung folgt einem bereits im Februar gefassten Beschluss der Stadtvertreter und bringt erhebliche finanzielle Vorteile mit sich.

100.000 Euro Einsparung durch nachhaltige Lösung

Die favorisierte Variante sieht vor, dass auf etwa 700 Quadratmetern das bestehende Straßenpflaster erhalten bleibt. Lediglich an Kreuzungen wie der Elisabethstraße sowie an Übergängen sollen neue, barrierearme Steine verlegt werden – insgesamt etwa 190 Quadratmeter. Durch diesen Ansatz kann die Stadt mehr als 100.000 Euro bei ihrem Eigenanteil einsparen, wie Berechnungen der Verwaltung zeigen.

Ursprünglich war geplant, in der gesamten Augustastraße gesägte Pflastersteine zu verlegen. Die CDU/FDP-Fraktion hatte jedoch bereits im Februar argumentiert, dass dies weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll sei. Ihr Vorschlag zur vorrangigen Wiederverwendung der alten Steine fand damals breite Zustimmung. Eine zusätzliche Variante, die aus Gesprächen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises hervorging, wurde vom Bauausschuss hingegen komplett verworfen.

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Lärmreduzierung steht im Fokus

Ein zentraler Aspekt der Diskussion ist die Lärmbelastung für Anwohner. „Der Stadtverwaltung geht es darum, den Lärm durch den Autoverkehr für die Bewohner zu minimieren“, erklärt Axel Zimmermann, Amtsleiter für Stadtplanung. Messungen im Abschnitt zwischen Friedrich-Wilhelm-Straße und Elisabethstraße ergaben tagsüber 68 Dezibel und nachts 54 Dezibel. Für den nördlichen Bereich liegen bisher nur Schätzungen vor.

Besonders kritisch ist der Abschnitt zwischen Elisabethstraße und Wilhelm-Riefstahl-Platz, da die Häuser dort näher an der Fahrbahn stehen. Die nun beschlossene Lösung mit wiederverwendeten Pflastersteinen wird die nächtliche Lärmemission nicht verändern, reduziert den Tagesspitzenwert jedoch auf 64 Dezibel. Dies wird durch die Einführung eines durchgängigen Tempo 30 in der gesamten Straße erreicht – bisher galt diese Regelung nur nachts.

Weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung

Neben der Tempobeschränkung plant die Verwaltung weitere Schritte zur Lärmminderung:

  • Der Lkw-Verkehr soll weiter eingeschränkt werden und sich auf Lieferungen für Anlieger beschränken.
  • Die Stadt orientiert sich an einer EU-Vorschrift zur Lärmreduzierung, auch wenn diese für die Augustastraße derzeit nicht verbindlich ist.
  • Selbst mit den wiederverwendeten Pflastersteinen würden die Grenzwerte dieser Richtlinie unterschritten.

Axel Zimmermann betont: „Es kann sein, dass sich nationale Regelungen in Zukunft ändern. Wir wollen mit unserer Lösung bereits jetzt auf mögliche Verschärfungen vorbereitet sein.“ Mit gesägtem Pflaster im Nordabschnitt wären die Lärmwerte zwar nochmals um 1 bis 2 Dezibel niedriger, doch die Mehrheit der Politiker priorisierte die Kosteneinsparung und Nachhaltigkeit der Wiederverwendung.

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