Nach Bayern-Aufsichtsratsskandal: Münchens OB Reiter denkt über Rückzug aus FC-Mandaten nach
OB Reiter nach Bayern-Skandal: Rückzug aus FC-Mandaten möglich

Skandal um FC-Bayern-Mandate erschüttert Münchner OB-Wahl

Kurz vor der entscheidenden Stichwahl der Oberbürgermeisterwahl in München gerät Amtsinhaber Dieter Reiter massiv unter Druck. Der Grund: Seine umstrittene Nebentätigkeit im Aufsichtsrat des FC Bayern München, die in den letzten Wochen zu einem handfesten politischen Skandal eskaliert ist. Jetzt spricht der Sozialdemokrat erstmals öffentlich über einen möglichen Rückzug aus den Vereinsmandaten.

Wahl-Ergebnis als deutliche Warnung

Das Ergebnis des ersten Wahlgangs traf die politischen Beobachter wie ein Schock. Dieter Reiter, der in Umfragen noch bei komfortablen 45 Prozent gelegen hatte, musste sich mit lediglich 35,6 Prozent der Stimmen begnügen. Noch deutlicher wurde das Debakel an der Wahlurne selbst, wo Reiter mit 30,8 Prozent sogar hinter seinem zweiten Bürgermeister Dominik Krause von den Grünen (32,5 Prozent) landete. Der Grünen-Kandidat zieht mit 29,5 Prozent überraschend in die Stichwahl ein.

Die Ursache für diesen dramatischen Stimmeneinbruch liegt für viele Beobachter auf der Hand: Die täglich neuen Enthüllungen rund um Reiters Nebentätigkeiten beim FC Bayern haben das Vertrauen der Münchner Wählerinnen und Wähler nachhaltig erschüttert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Nicht genehmigte Einkünfte von über 80.000 Euro

Wie investigative Recherchen der Abendzeitung aufdeckten, hat Reiter nicht nur versäumt, den Stadtrat über seine geplante Tätigkeit im FC-Bayern-Aufsichtsrat zu informieren. Noch gravierender: Seine Einkünfte aus dem Verwaltungsbeirat des Fußballvereins in Höhe von mindestens 80.000 Euro – umgerechnet 20.000 Euro pro Jahr – wurden niemals ordnungsgemäß genehmigt.

Bis zum Jahr 2025 waren in München alle Nebeneinkünfte von Amtsträgern ab dem ersten Euro genehmigungspflichtig. Inzwischen gilt zwar eine erhöhte Grenze von 10.000 Euro jährlich, doch Reiters Bezüge lagen deutlich darüber und hätten somit in jedem Fall einer offiziellen Genehmigung bedurft.

Reiters überraschende Kehrtwende

In einem exklusiven Interview mit dem BR-Politikmagazin "Kontrovers" zeigte sich der Oberbürgermeister erstmals einsichtig. Auf die Frage, wie er vor der Stichwahl seine angeschlagene Glaubwürdigkeit wiederherstellen wolle, antwortete Reiter laut BR-Informationen: "Ich überlege nicht nur wie, sondern ob ich die Mandate überhaupt weiterhin ausübe."

Diese Aussage markiert eine dramatische Wende in der bisherigen Verteidigungsstrategie des Oberbürgermeisters. Reiter räumte ein, dass er zunächst noch mit dem FC Bayern in Austausch treten müsse, bevor eine endgültige Entscheidung über die Mandatsniederlegung fallen könne.

Offene Fragen und kommende Entscheidungen

Wie der Bayerische Rundfunk weiter berichtet, will Reiter in den kommenden Tagen auch klären, was mit den bereits erhaltenen Einnahmen aus seiner Tätigkeit im FC-Bayern-Verwaltungsrat geschehen soll. Parallel dazu kündigte der Oberbürgermeister an, sich in der heißen Phase des Wahlkampfs direkt den Münchner Bürgerinnen und Bürgern zu stellen und auf der Straße Rede und Antwort zu stehen.

Der ausführliche "Kontrovers"-Beitrag mit dem kompletten Interview soll am Abend um 21.15 Uhr im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt werden. Die politischen Folgen des FC-Bayern-Skandals könnten damit die entscheidende Stichwahl der Münchner Oberbürgermeisterwahl maßgeblich beeinflussen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration