CSU-Politiker Delija Balidemaj erlebt rassistische Angriffe im Münchner Wahlkampf
Rassistische Angriffe auf CSU-Politiker im Münchner Wahlkampf

Rassistische Attacken erschüttern Münchner Kommunalwahlkampf

Delija Balidemaj, ein 58-jähriger CSU-Stadtrat in München, wurde in den vergangenen zwei Wochen gleich dreimal Ziel rassistischer Angriffe während des Wahlkampfs. Der Politiker schildert die Vorfälle der AZ als schockierend und beunruhigend, sodass er sogar überlegte, seine Kandidatur aufzugeben.

Drei bedrohliche Vorfälle innerhalb kurzer Zeit

Der erste Vorfall ereignete sich am Freitag, den 13. Februar, als Balidemaj an einem Infostand in Schwabing von einem jungen Mann beschimpft und bespuckt wurde. "Ich war wie gelähmt, wie vom Blitz getroffen", beschreibt er seine Reaktion. Kurz darauf, auf dem Heimweg mit dem Fahrrad, bemerkte er zwei maskierte Männer auf Rennrädern, die ihm folgten. Unter einer Brücke schubste ihn einer der Verfolgten vom Rad und drohte: "Wenn du nicht zurücktrittst, wird etwas Schlimmes passieren."

Am darauffolgenden Samstag kam es zu einem dritten Angriff vor seinem Wohnhaus, wo ein ebenfalls maskierter Rennradfahrer ihn aufforderte, auf die Kandidatur zu verzichten, mit den Worten: "Wenn du deine Familie liebst, musst du zurücktreten." Balidemaj ist unsicher, ob es sich um dieselbe Person handelte, betont aber die überraschende Schnelligkeit der Ereignisse.

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Familie als Rückhalt und Motivation zum Weitermachen

Nach langen Gesprächen mit seiner Familie erstattete Balidemaj am Sonntag Anzeige bei der Polizei. Seine Söhne überredeten ihn, nicht aufzugeben, und erinnerten ihn an seine eigene Fluchtgeschichte: "Du bist doch selbst vor einem Regime geflohen. Jetzt musst du erst recht Gas geben und weitermachen", so ihre Worte. Balidemaj, der 1998 aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland floh und seit 2002 als IT-Spezialist in München arbeitet, folgte diesem Rat.

Seit 2023 ist er Mitglied des Münchner Stadtrats, zunächst für die Grünen, bevor er im Oktober 2024 zur CSU wechselte, vor allem aufgrund der Themen Migration und innere Sicherheit. Trotz der traumatischen Erlebnisse fühlt er sich nach der Anzeige etwas besser und bleibt entschlossen, im Wahlkampf aktiv zu bleiben.

Diese Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die zunehmenden Herausforderungen im politischen Alltag und unterstreichen die Bedeutung von Zivilcourage und familiärer Unterstützung in schwierigen Zeiten.

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