Rostocker Grünen fordern Hundesteuerbefreiung für Tierheim-Hunde: Drei Jahre Steuererlass geplant
Rostock: Hundesteuerbefreiung für Tierheim-Hunde geplant

Rostocker Grünen setzen sich für Tierheim-Hunde ein: Drei Jahre Hundesteuerbefreiung geplant

Im Tierheim Schlage bei Rostock warten zahlreiche Hunde auf ein neues Zuhause – manche von ihnen bereits seit Jahren. Die Rostocker Grünen haben nun einen konkreten Vorstoß gemacht, um die Vermittlung dieser Tiere zu erleichtern: Wer einen Hund aus dem Tierheim Schlage adoptiert, soll für drei Jahre von der Hundesteuer befreit werden.

Anreiz für Tierheim-Adoptionen schaffen

Felix Winter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in der Rostocker Bürgerschaft, erklärt die Motivation hinter dem Antrag: „Wir wollen einen Anreiz schaffen, sich einen Hund aus dem Tierheim zu holen.“ Bereits in anderen Städten wie Magdeburg gebe es ähnliche Regelungen, die sich bewährt hätten. Die zügige Vermittlung von Tierheim-Hunden sei nicht nur eine effektive Tierschutzmaßnahme, sondern entlaste auch die Einrichtung und spare langfristig Kosten für die Stadt.

Derzeit zahlt die Hansestadt Rostock für Fundtiere eine Jahreszahlung sowie einen zusätzlichen Tagessatz von 21 Euro pro Hund. Die Hundesteuersätze liegen zwischen 108 und 168 Euro jährlich. Durch die geplante Steuerbefreiung könnten potenzielle Halter finanziell entlastet werden.

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Unterstützung von Tierheim und Stadtverwaltung

Angelika Streubel, Vorsitzende des Rostocker Tierschutzvereins, der das Tierheim Schlage betreibt, begrüßt den Vorstoß der Grünen: „So werden die Leute auf unsere Heimhunde aufmerksam.“ Das Tierheim ist Vertragspartner der Stadt und kümmert sich um alle Fundtiere. Aktuell leben dort durchschnittlich 230 Tiere, darunter etwa 45 Hunde. Viele von ihnen, besonders ältere Tiere, warten lange auf eine zweite Chance.

Die Stadtverwaltung befürwortet die vorgeschlagene Änderung der Hundesteuersatzung, sofern eine zeitliche Begrenzung von drei Jahren festgelegt wird. Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Finanzsenator der SPD, betont: „Von der neuen Regelung profitieren alle Rostocker Hundehalter, die sich einen Hund aus dem Tierheim Schlage anschaffen möchten.“ Eine vermehrte Vermittlung von Fundhunden könne mittelfristig zu einer Entlastung des städtischen Haushalts führen.

Keine Vergünstigungen für gefährliche Hunde

Einen weiteren Vorschlag der Grünen lehnt die Stadt jedoch ab: Eine Steuerermäßigung für als gefährlich eingestufte Hunde aus dem Tierheim Schlage soll es nicht geben. Die Stadtverwaltung begründet dies mit der Lenkungsfunktion der Hundesteuer, die dazu beitragen soll, die Haltung von Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotenzial zu begrenzen. Im Tierheim Schlage gibt es derzeit drei als gefährlich eingestufte Hunde, bei denen es Beißvorfälle gegeben hat.

Hintergrund: Hundesteuer in Rostock

In Rostock sind aktuell 7.348 Hundebesitzer steuerlich gemeldet. Die Einnahmen aus der Hundesteuer belaufen sich auf etwa 835.000 Euro pro Jahr. Planungen zur Anhebung der Steuer gibt es laut Hansestadt derzeit nicht. Die geplante Befreiung für Tierheim-Hunde würde somit keine generelle Steuererhöhung bedeuten, sondern gezielt die Adoption von Tieren aus dem Tierheim fördern.

Vergleichbare Regelungen existieren bereits in anderen deutschen Städten: In Magdeburg gilt eine dreijährige Steuerbefreiung, in Chemnitz eine zweijährige, und in Erfurt gibt es eine 50-prozentige Steuerermäßigung für ein Jahr. Die Rostocker Initiative folgt damit einem bundesweiten Trend, Tierheim-Adoptionen finanziell attraktiver zu gestalten.

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