Konflikt um Gedenkfeier: Stadt Quedlinburg lehnt Werbung für Ukraine-Mahnwache ab
In Quedlinburg hat sich ein politischer Disput um eine geplante Gedenkveranstaltung entwickelt. Das Bündnis für Demokratie Quedlinburg ruft für Montag, den 23. Februar, zu einer Mahnwache auf dem Marktplatz auf, um an den vierten Jahrestag des Beginns des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine zu erinnern. Die Veranstaltung, die gemeinsam mit Vertretern der ukrainischen Diaspora organisiert wird, soll ab 17 Uhr der Opfer des Konflikts gedenken.
Stadtverwaltung verweigert Unterstützung
Die Stadt Quedlinburg hat jedoch entschieden, den Aufruf zu der Mahnwache nicht auf ihren offiziellen Kommunikationskanälen zu veröffentlichen. Diese Entscheidung stößt bei den Organisatoren auf großes Unverständnis und hat zu erheblichen Irritationen geführt. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Susann Sziborra-Seidlitz kritisiert das Vorgehen der Stadt scharf und spricht von einer Haltung der Ignoranz gegenüber dem Gedenken an die Kriegsopfer.
Die Veranstalter betonen, dass die Mahnwache ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit der Ukraine und ein Beitrag zur demokratischen Erinnerungskultur darstellt. Sie fragen sich, warum die Stadtverwaltung es ablehnt, diese Initiative zu unterstützen, obwohl es sich um eine friedliche und öffentliche Gedenkveranstaltung handelt.
Historischer Kontext und aktuelle Debatte
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine begann vor vier Jahren und hat zu einer der größten Fluchtbewegungen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg geführt. Bereits im März 2022 flohen Hunderttausende Ukrainer vor den Kampfhandlungen in die Nachbarländer. Die geplante Mahnwache in Quedlinburg soll an dieses Ereignis und seine fortwährenden Folgen erinnern.
Die Weigerung der Stadt, für die Veranstaltung zu werben, wirft Fragen nach der politischen Haltung der Lokalverwaltung auf. Kritiker sehen darin ein mangelndes Engagement für internationale Solidarität und Menschenrechte. Die Debatte spiegelt größere gesellschaftliche Auseinandersetzungen um den Umgang mit dem Ukraine-Krieg und der Erinnerungspolitik wider.
Das Bündnis für Demokratie Quedlinburg plant dennoch, die Mahnwache wie angekündigt durchzuführen und hofft auf eine rege Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Die Organisatoren betonen, dass das Gedenken an die Kriegsopfer unabhängig von der Haltung der Stadtverwaltung stattfinden muss.



