Wie viele andere Gemeinden im Amtsbereich Treptower Tollensewinkel steckt auch die Gemeinde Werder tief in den roten Zahlen. Der im April beschlossene Haushalt verspricht das Gegenteil von Besserung. Auch in diesem Jahr wieder ein negativer Haushalt.
Finanzlage der Gemeinde Werder
Die Erträge liegen bei 701.655 Euro, die Ausgaben jedoch bei 1,281 Millionen Euro. „Uns fehlen einfach die Gewerbesteuereinnahmen“, beschreibt Bürgermeister Michael Frese die Finanzlage. „Dabei haben wir 23 Gewerbebetriebe. Jedoch waren vor etwa drei Jahren die Steuereinnahmen so hoch, dass uns der Landkreis die Zulagen strich.“ Die Gemeinde zahlt zudem hohe Umlagen: Die Amtsumlage beträgt 155.660 Euro, an den Landkreis müssen 383.560 Euro überwiesen werden – rund 42 Prozent der Ausgaben.
Die Pro-Kopf-Verschuldung der 516 Einwohner liegt bei rund 354 Euro. „Zum Glück müssen wir noch nicht befürchten, die 500-Euro-Grenze zu überschreiten“, sagt Michael Frese. „Aber wir mussten 280.000 Euro an Rücklagen für den Haushaltsausgleich auflösen.“ Läge die Verschuldung über der 500-Euro-Grenze, droht die Zwangsverwaltung. „Unser Haushalt ist noch nicht so negativ, dass wir ein Haushaltssicherungskonzept erarbeiten müssen“, sagt der Bürgermeister. „Trotzdem sind wir angehalten, nach dem Sparsamkeitsprinzip zu wirtschaften.“
Investitionen in die Zukunft
Trotz der angespannten Finanzlage investiert die Gemeinde in wichtige Projekte. Die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Kölln, das sich am Sportplatz befindet, wird hohe Kosten verursachen. „Dabei machen Bürger aus Kölln seit dem vergangenen Jahr selbst den Innen- und Außenbau“, freut sich Michael Frese. „Doch das Material muss natürlich bezahlt werden.“
Eine ganz andere finanzielle Hausnummer ist ein neues Tanklöschfahrzeug für die Gemeindefeuerwehr, die mit Kölln und Werder zwei Standorte hat. Die Wehr soll noch in diesem Jahr ein neues TLF 3000 erhalten. „Das Fahrzeug wird rund 470.000 Euro kosten“, so Michael Frese. „Wir bekommen für das TLF, das in Werder seinen Standort haben wird, zwar Fördermittel, doch diese decken nicht die gesamte Summe ab. Den Differenzbetrag zum Preis werden wir mit einem bereits zugesicherten Kredit bezahlen müssen.“
Das Feuerwehrgerätehaus Werder muss erweitert werden. Dafür wurden für das laufende Haushaltsjahr 150.000 Euro eingeplant. Das Gerätehaus soll den neuen Vorschriften entsprechen und einen sogenannten Schwarz-Weiß-Bereich erhalten. Einsatzkleidung und Privatsachen sind aus gesundheitlichen Gründen in zwei unterschiedlichen Räumen unterzubringen, hinzu kommt der Fahrzeugraum. „Dazu wird es im Gerätehaus Duschen und Toiletten geben“, verspricht Michael Frese. „Jeweils für die Frauen und die Männer.“
Weitere Maßnahmen
Die Landesmittel in Höhe von 50.000 Euro, die jede Kommune erhalten soll, möchte die Gemeindevertretung zur Sanierung von Wegen verwenden. „Unser Haushalt ist nicht bewundernswert, aber auch nicht ganz schlecht“, urteilt Michael Frese. „Im Rahmen der erneuerbaren Energien erwarten wir weitere Einnahmen.“



