Heikle Jahrhundert-Sanierung: Woldegks maroder Dieckgraben-Kanal erfordert Millionenprojekt
In der Windmühlenstadt Woldegk steht ein gewaltiges Bauvorhaben bevor, das die städtische Infrastruktur für Jahrzehnte sichern soll. Der über 100 Jahre alte Dieckgraben, der als zentraler Regenwasserkanal dient, ist in einem alarmierenden Zustand und muss dringend saniert werden. Mit knapp zwei Millionen Euro veranschlagten Kosten handelt es sich um ein finanziell und technisch anspruchsvolles Unterfangen.
Marodes Bauwerk mit historischem Hintergrund
Der Dieckgraben ist kein gewöhnlicher Kanal, sondern ein etwa einen Kilometer langes, unterirdisches Entwässerungssystem, das vor mehr als einem Jahrhundert aus Backsteinen errichtet wurde. Teilweise bis zu fünf Meter tief gelegen, leitet er etwa 70 Prozent des städtischen Regenwassers ab und ist damit für die gesamte Stadtentwässerung Woldegks von entscheidender Bedeutung. Seit Jahren ist bekannt, dass das Bauwerk bröckelt und in manchen Bereichen sogar einsturzgefährdet ist.
Die dringende Sanierung steht außer Frage, doch die finanziellen Hürden waren bisher enorm. Ohne passende Fördermittel hätte die Stadt die Kosten allein nicht stemmen können. Nun gibt es endlich Bewegung: Durch ein Förderprogramm können etwa 45 Prozent der förderfähigen Kosten gedeckt werden, was die Stadtvertretung veranlasst hat, das Ingenieurbüro Wegener und Hinz aus Neverin mit der Planung zu beauftragen.
Komplexes Sanierungsverfahren mit moderner Technik
Die Sanierung des Dieckgrabens ist ein technisch anspruchsvolles Projekt, das in drei Bauabschnitten durchgeführt werden soll. Geplant ist der Einsatz des Schlauchliner-Verfahrens, einer modernen Methode zur Kanalsanierung. Dabei wird ein flexibler Gewebeschlauch in das beschädigte Altrohr eingezogen, mit Kunstharz verstärkt und mit UV-Licht ausgehärtet. Dies gewährleistet die Wiederherstellung von Standsicherheit, Dichtheit und Betriebsfähigkeit.
Vor dem Liner-Einbau müssen jedoch zahlreiche Vorarbeiten erledigt werden: Betonschäden, Löcher und Ausbrüche an hervorstehenden Kanten müssen begradigt und egalisiert werden, um Beschädigungen des Schlauchliners zu vermeiden. Zudem müssen Schächte saniert oder sogar abgerissen und neu errichtet werden. Die Planung und Ausschreibung sind für 2026 vorgesehen, die eigentlichen Sanierungsarbeiten sollen im Jahr 2027 starten.
Dringlichkeit und Risiken des Projekts
Die Eile bei der Sanierung ist nicht unbegründet. Das Förderprogramm läuft 2027 aus, und ein weiterer Aufschub könnte katastrophale Folgen haben. Stürzt der Dieckgraben ein oder verstopft er durch bröckelnde Steine, Sand oder Putz, drohen massive Überschwemmungen in Woldegk. Der Kanal ist Teil des Flusses Köhntop, der auf 2400 Metern Länge durch die Stadt fließt, wovon etwa ein Kilometer unterirdisch in dem alten Kanal verläuft.
Für die Woldegker Bevölkerung bedeutet das Projekt zwar vorübergehende Einschränkungen, doch die langfristigen Vorteile sind klar: Eine sichere und zuverlässige Stadtentwässerung, die auch für zukünftige Generationen gewährleistet ist. Die Stadtverwaltung und das beauftragte Ingenieurbüro stehen vor der Herausforderung, dieses Riesenprojekt sorgfältig zu planen und umzusetzen, um mögliche Risiken zu minimieren.



