Die Stadtwerke Dessau drohten bereits, die Heizung abzustellen – nun übernimmt ein Zwangsverwalter die Wohnblöcke eines Problem-Vermieters in Dessau. Die Bewohner zweier Blöcke in der Wäschkestraße litten jahrelang unter dem unzuverlässigen Eigentümer, der offenbar Schulden hat. Ein Anwalt wurde nun als Zwangsverwalter eingesetzt. Was sich für die Mieter ändert und welche Wünsche sie haben.
Jahrelange Missstände in der Wäschkestraße
Horst und Giesela Halle wohnen seit 20 Jahren in der Wäschkestraße. Sie hoffen, dass der neue Verwalter sich besser um die Häuser kümmert als der alte. „Wenn ich ehrlich sein soll, geht es hier seit Jahren drunter und drüber“, sagt ein junger Bewohner. Auf die Frage, ob er Hoffnung auf Besserung habe, antwortet er: „Eigentlich nicht.“ Die Missstände reichen von unzuverlässiger Heizungsversorgung bis hin zu ungeklärten Schulden des Eigentümers.
Zwangsverwaltung als letzter Ausweg
Die Stadtwerke hatten bereits gedroht, die Heizung abzustellen, da der Vermieter seine Zahlungen nicht leistete. Nun wurde ein Zwangsverwalter bestellt, der die Verwaltung der Wohnblöcke übernimmt. Für die Mieter bedeutet dies zunächst einmal Sicherheit: Die Heizung bleibt an, und die Mietzahlungen fließen nun an den Verwalter statt an den säumigen Eigentümer. Langfristig hoffen die Bewohner auf eine grundlegende Sanierung der Gebäude.
Wünsche der Mieter
Die Mieter wünschen sich vor allem eine verlässliche Instandhaltung der Häuser. „Wir brauchen dringend Reparaturen an den Fenstern und der Heizungsanlage“, sagt ein Anwohner. Auch die Müllentsorgung und die Pflege der Außenanlagen ließen zu wünschen übrig. Der Zwangsverwalter hat angekündigt, sich um die dringendsten Probleme zu kümmern. Ob dies ausreicht, bleibt abzuwarten.
Die Zwangsverwaltung ist ein starkes Instrument, um die Rechte der Mieter zu schützen. Sie kommt zum Einsatz, wenn der Eigentümer seinen Pflichten nicht nachkommt und die Immobilie verwahrlosen lässt. In Dessau hoffen nun viele, dass sich die Situation endlich bessert.



