Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hält trotz sinkender Asylbewerberzahlen an den Grenzkontrollen fest. „Aktuell geht es darum, dass wir diese Grenzkontrollen auch erhalten wollen“, sagte Dobrindt in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Es gebe an den Grenzen weiterhin Zurückweisungen.
Hintergrund der Grenzkontrollen
Dobrindt hatte die bereits von seiner Vorgängerin Nancy Faeser (SPD) auf alle deutschen Landgrenzen ausgeweiteten Kontrollen im Mai 2025 verschärft. Zudem wies er die Bundespolizei an, auch Asylbewerber zurückzuweisen – mit Ausnahme von Kranken, Schwangeren und anderen schutzbedürftigen Personen.
Der Minister betonte, dass eine mittelfristige Planung darauf abziele, das europäische Migrationssystem so zu gestalten, dass man sich aus den Grenzkontrollen wieder zurückziehen könne. „Aber heute wäre zu früh zu sagen, wann dieser Zeitpunkt kommt“, so Dobrindt.
Rückgang der Asylanträge im April
Im April 2026 stellten deutlich weniger Menschen in Deutschland erstmals einen Asylantrag als im Vorjahresmonat. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums registrierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 6.144 Erstanträge – ein Rückgang um knapp ein Drittel im Vergleich zum April 2025 mit 9.108 Anträgen.
Abschiebungen nach Afghanistan
Die Bundesregierung will weiterhin Straftäter nach Afghanistan abschieben. Dobrindt erklärte, dies geschehe wöchentlich. „Diesen Weg gehen wir konsequent weiter.“ Man stehe im Austausch mit den Verantwortlichen in Afghanistan. Kritik an den Abschiebungen wies der Minister zurück: Jeder, der schwere Straftäter nicht abschieben wolle, müsse beantworten, ob Deutschland sicherer wäre, wenn diese Personen im Land bleiben dürften.



