Freie Wähler-Chef Weidinger tritt in Sachsen zurück - Enttäuschung über mangelnde Unterstützung
Freie Wähler-Chef Weidinger tritt in Sachsen zurück

Freie Wähler-Chef Weidinger tritt in Sachsen zurück

Thomas Weidinger hat seinen Rücktritt als Vorsitzender der Freien Wähler (FW) in Sachsen erklärt. Damit wirft der langjährige Parteichef nach fünf Jahren an der Spitze das Handtuch und möchte einen Generationswechsel einleiten. Die Führung der Partei liegt ab sofort bis zur Wahl eines neuen Vorsitzenden in den Händen seiner beiden Stellvertreter Matthias Binner und Madelaine Vogt.

Enttäuschung über mangelnde Unterstützung

In einem Schreiben an die Mitglieder äußerte Weidinger deutliche Enttäuschung über die mangelnde Unterstützung aus den FW-Vereinen, Kreistagsfraktionen und Kreisverbänden. Er kritisierte, dass die bisherige Haltung einiger kommunaler Akteure nicht nur die Landesvereinigung schwäche, sondern auch die gesamte politische Handlungsfähigkeit der Freien Wähler in Sachsen beschädige.

„Ein 'Rosinenpicken' – kommunal profitieren, aber landespolitisch auf Distanz gehen – kann und darf auf Dauer kein Modell sein“, erklärte Weidinger. „Hier braucht es endlich Klarheit, Verlässlichkeit und ein Mindestmaß an Solidarität innerhalb unserer eigenen Strukturen.“

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Kritik an Bundesebene und fehlendem Profil

Auch auf Bundesebene zeige sich bei den Freien Wählern kein positives Bild, so Weidinger. Er kritisierte insbesondere das Einknicken von Hubert Aiwanger und seiner bayerischen Landtagsfraktion im Zusammenhang mit der Schuldenbremse, was dem Ansehen der Partei auch in Sachsen spürbar geschadet habe.

Statt nach dem schwachen Ergebnis der vergangenen Bundestagswahl zügig einen klaren bürgerlich-konservativen Kurs einzuschlagen und unbequeme Themen offen anzusprechen, verharre man in unverbindlichen Allgemeinplätzen. „Wer nicht bereit ist, auch einmal Gegenwind auszuhalten, wird weder Profil noch Wahlen gewinnen“, betonte der scheidende Vorsitzende.

Zukunft nur mit klarem konservativem Profil

Weidinger sieht für die Freien Wähler nur dann eine realistische Perspektive, wenn sich die Partei ein klares konservatives Profil gibt und ein politisches Angebot entwickelt, das über die rein kommunale Ebene hinausgeht. Er kündigte für den 13. Juni einen Landesparteitag in Chemnitz an, bei dem die Weichen für die Zukunft gestellt werden sollen.

Die Freien Wähler, die traditionell in den Kommunen mit Wählervereinigungen stark sind, hatten bei der letzten Landtagswahl im Freistaat 2024 nur 2,2 Prozent der Zweitstimmen erhalten. Da ihr Kandidat Matthias Berger ein Direktmandat gewann, sind sie dennoch im Parlament vertreten. Die FW in Sachsen haben nach eigenen Angaben aktuell etwa 120 Mitglieder.

Weidingers Rücktritt markiert einen bedeutenden Einschnitt für die Partei in Sachsen, die nun vor der Herausforderung steht, nicht nur eine neue Führungsspitze zu finden, sondern auch ihre politische Ausrichtung und interne Solidarität zu stärken.

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