Henning Höne, der nordrhein-westfälische FDP-Landesvorsitzende, hat seine Bewerbung um den Bundesvorsitz der Partei überraschend zurückgezogen. Dies gab er am Dienstagabend in einer persönlichen Erklärung bekannt. Höne hatte sich erst vor wenigen Wochen um die Nachfolge von Christian Lindner beworben, der nach dem schlechten Abschneiden der FDP bei der Bundestagswahl 2025 seinen Rücktritt angekündigt hatte.
Gründe für den Rückzug
In seiner Mitteilung betonte Höne, dass er nach intensiven Gesprächen mit Vertretern der Landes- und Bundesebene zu dem Entschluss gekommen sei, seine Kandidatur zurückzuziehen. Er wolle damit einer möglichen Spaltung der Partei vorbeugen und die Einheit der FDP bewahren. „Die Partei braucht jetzt Geschlossenheit und eine klare Führung, die alle Kräfte bündelt“, erklärte Höne. Er sei überzeugt, dass andere Kandidaten besser geeignet seien, diese Aufgabe zu erfüllen.
Reaktionen aus der Partei
Der Rückzug Hönés sorgt in der FDP für gemischte Reaktionen. Während einige Parteimitglieder seinen Schritt als selbstlos und verantwortungsvoll loben, zeigen sich andere enttäuscht. Der kommissarische Bundesvorsitzende, Johannes Vogel, würdigte Hönés Entscheidung und betonte, dass die Partei nun zügig einen neuen Wahlprozess einleiten werde. „Henning Höne hat mit diesem Schritt bewiesen, dass ihm das Wohl der Partei über persönliche Ambitionen geht“, so Vogel.
Die FDP steht nach der Bundestagswahl 2025 vor einem Neuanfang. Die Partei war mit nur 4,9 Prozent der Stimmen deutlich gescheitert und verfehlte den Wiedereinzug in den Bundestag. Christian Lindner hatte daraufhin seinen Rücktritt als Parteivorsitzender angekündigt. Die Neuwahl des Vorsitzes soll auf einem Sonderparteitag im Frühjahr 2026 stattfinden. Wer nun als Kandidat für die Nachfolge Lindners antritt, ist noch offen. Als mögliche Anwärter gelten unter anderem der stellvertretende Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki und die Generalsekretärin Bettina Stark-Watzinger.
Höne selbst will sich weiterhin auf seine Arbeit als Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen konzentrieren. Die Landtagswahl in NRW steht 2027 an, und die FDP hofft dort auf ein besseres Abschneiden als auf Bundesebene.



