Paukenschlag bei den Liberalen: Kubicki kandidiert für Bundesvorsitz
In der FDP bahnt sich ein erbitterter Machtkampf an. Wolfgang Kubicki (74), seit 2013 Vizechef der Liberalen und ehemaliger Vizepräsident des Bundestages, hat gegenüber BILD exklusiv erklärt, dass er Ende Mai für den Bundesvorsitz kandidieren wird. Damit stellt sich der erfahrene Politiker aus Schleswig-Holstein gegen den amtierenden Vorsitzenden Christian Dürr (48) und den NRW-Landeschef Henning Höne (39), die ebenfalls für die Spitzenposition antreten.
Kubicki will FDP mit neuem Selbstbewusstsein führen
Der profilierteste Kritiker des aktuellen Kurses macht deutlich: „Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen.“ Kubicki betont, Deutschland warte nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache sei. „Für die Freiheit“, so sein Credo.
Sein erklärtes Ziel ist es, die FDP wieder erfolgreich zu machen. Dazu setzt Kubicki auf eine Mobilisierung der Basis und sieht sich als Garant dafür, dass die Liberalen wieder als eigenständige Kraft wahrgenommen werden, die für wirtschaftliche Vernunft und individuelle Freiheit steht. „Deshalb werde ich den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen“, erklärt er.
Hagen als Partner für den Neuanfang
Als Partner für diesen Neuanfang hat sich Kubicki Martin Hagen (44) ausgesucht, den ehemaligen Fraktionschef der Liberalen in Bayern. Hagen soll neuer Generalsekretär werden und gilt als rhetorisch versiert, auch wenn er 2023 in Bayern mit den Liberalen aus dem Landtag flog.
Hintergrund: Rücktritte und Wahlniederlagen
Der FDP-Bundesvorstand war Ende März 2026 geschlossen zurückgetreten. Auslöser waren die verheerenden Wahlniederlagen in Baden-Württemberg, wo die Partei aus dem Parlament flog, und in Rheinland-Pfalz, wo sie sowohl aus der Regierung als auch aus dem Parlament ausschied. Bereits bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war die FDP an der 5-Prozent-Hürde gescheitert, woraufhin der langjährige Vorsitzende Christian Lindner sich aus der Politik zurückzog.
Entscheidung auf Bundesparteitag Ende Mai
Die Machtfrage wird auf dem Bundesparteitag Ende Mai entschieden. Rückendeckung erhält Kubicki dabei von einem alten CDU-Weggefährten: Peter Harry Carstensen (79), von 2005 bis 2012 Regierungschef in Schleswig-Holstein. Carstensen bezeichnet Kubicki als „derzeit das Gesicht der FDP, einer, den die Leute sehen und sofort wissen, wofür er steht“.
Die kommenden Wochen versprechen somit spannende Entwicklungen innerhalb der Liberalen, die dringend einen neuen Kurs benötigen, um aus der Krise zu finden.



