Gedenkmarsch „16K3“ in Schwerin: Bundeswehr erinnert an Gefallene des Karfreitagsgefechts
Gedenkmarsch „16K3“ in Schwerin für Afghanistan-Gefallene

Gedenkmarsch „16K3“ in Schwerin: Bundeswehr erinnert an Gefallene des Karfreitagsgefechts

Aus traurigem Anlass zogen Bundeswehr-Angehörige durch die Schweriner Innenstadt. Der Gedenkmarsch „16K3“ führte rund 50 Soldaten und Zivilbeschäftigte auf einem 16 Kilometer langen Rundkurs durch die Fußgängerzone. Die Veranstaltung fand 16 Jahre nach dem verhängnisvollen Karfreitagsgefecht in Afghanistan statt, bei dem drei Bundeswehrsoldaten getötet und fünf weitere verwundet wurden.

Symbolik von Strecke und Gewicht

Die Länge der Strecke und das Gewicht des Gepäcks tragen tiefe symbolische Bedeutung. Jedes Jahr kommen ein Kilometer und ein Kilogramm hinzu, um die vergangene Zeit seit dem Gefecht am 2. April 2010 zu markieren. Das „K“ steht für Karfreitag, die „3“ erinnert an die drei gefallenen Soldaten. Sechs verbündete afghanische Soldaten verloren ebenfalls ihr Leben in der Auseinandersetzung mit den Taliban.

Die Initiative für das Gedenken geht auf Afghanistan-Veteranen aus dem Jahr 2020 zurück. Viele Teilnehmer trugen Stoffaufnäher mit der Aufschrift „16K3“, ein Soldat hatte sich eine Deutschlandfahne an seinen 16 Kilogramm schweren Rucksack gesteckt.

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Persönliche Betroffenheit der Teilnehmer

Unter den Marschierenden befand sich der Hagenower Hauptfeldwebel Mario K., der selbst zweimal in Afghanistan im Einsatz war und 2026 durch eine Sprengfalle verwundet wurde. „Das hätte auch mich treffen können“, sagte der 46-Jährige bewegt. Ihm sei das Gedenken an die gefallenen und verwundeten Kameraden „sehr wichtig“ und emotional.

Der Soldat des Panzergrenadierbataillons 401 in Hagenow wünscht sich, dass das Erinnern an die Gefallenen und Verwundeten in der Gesellschaft mehr Beachtung findet. „Viele Menschen kriegen das gar nicht so richtig mit“, betonte er.

Unterstützung durch das Landeskommando

Flottillenadmiral Ulrich Reineke, Kommandeur des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin, ging beim Gedenkmarsch voraus. Er bezeichnete die Veranstaltung als wichtiges Ereignis, das aus den Auslandseinsätzen der Bundeswehr geboren sei, welche ihren Tribut gefordert hätten.

Reineke hob den Rückhalt für die Soldaten in der Bevölkerung hervor. Die Schweriner und die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern seien der Bundeswehr gegenüber generell sehr aufgeschlossen. Die Veranstaltung werde genau als das verstanden, was sie sei: ein Gedenken „an Menschen, die getötet oder verwundet wurden im Einsatz für die Bundeswehr und unser Land“.

Abschluss mit Andacht unter dem Birkenkreuz

Den feierlichen Abschluss der Veranstaltung bildete eine Andacht mit dem evangelischen Standort-Seelsorger, Militärpfarrer Roland von Engelhardt, unter dem Birkenkreuz in der Werder-Kaserne. Birkenkreuze sind ein typisches Zeichen für Feldgottesdienste der Militärseelsorge und unterstreichen den würdevollen Charakter des Gedenkens.

Der Marsch durch die Innenstadt war den Organisatoren besonders wichtig, um die Erinnerung an die Gefallenen und Verwundeten sichtbar in die Öffentlichkeit zu tragen und das Bewusstsein für die Opfer der Bundeswehr-Einsätze zu schärfen.

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