Das Bundeskabinett hat beschlossen, den Einsatz der Deutschen Marine vor der Küste des Libanon ein letztes Mal bis zum 30. Juni 2027 zu verlängern. In diesem Zeitraum soll der Abzug der beteiligten Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ und von mehr als 200 Soldaten erfolgen. Nach gut 20 Jahren endet damit einer der längsten Marine-Einsätze der Bundeswehr. Er hat vor allem die Unterbindung des Waffenschmuggels an die Hisbollah-Miliz und die Ausbildung der libanesischen Streitkräfte zum Ziel.
Vorausgegangen war eine Entscheidung des UN-Sicherheitsrats, der im August 2025 die Beendigung der gesamten Unifil-Mission beschlossen hatte. Sie wurde 1978 zur Überwachung des Grenzgebiets zwischen Israel und dem Libanon gestartet. Derzeit sind noch 10.000 Soldaten beteiligt. Nach ihrem Abzug soll die libanesische Armee die Kontrolle übernehmen.
Abzug soll bis Anfang 2027 abgeschlossen sein
Der Abzug der Bundeswehr beginnt nach Angaben des Verteidigungsministeriums im zweiten Halbjahr und soll Anfang 2027 abgeschlossen sein. Die Fregatte wird voraussichtlich im Sommer die Region verlassen. Knapp 200 Soldaten sind derzeit noch an Bord der „Nordrhein-Westfalen“ und gut 30 an Land im Unifil-Hauptquartier im Südlibanon. Das Schiff war vor dem Einsatz in Wilhelmshaven stationiert.
Bei der letzten Verlängerung des Mandats hat wie immer bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr der Bundestag das letzte Wort. Die Zustimmung gilt aber als sicher. Die Obergrenze für die Truppenstärke bleibt bis Ende des Jahres bei 300 Soldaten und wird anschließend auf 80 zurückgefahren.



