Ein satirischer Gruß an den Erfinder des Sprechfunks
Harald Martenstein, der bekannte Kolumnist, hat in seiner täglichen Kolumne einen ungewöhnlichen Brief verfasst. Adressiert ist er an Reginald Fessenden, den kanadischen Erfinder, dem im Jahr 1900 die erste Übertragung einer Nachricht per Sprechfunk gelang. Martenstein beginnt mit respektvollen Worten für diese Pionierleistung, auch wenn die Qualität damals nicht optimal war.
Die Bundeswehr und ihre technischen Defizite
Doch schnell wechselt der Ton ins Satirische. Martenstein stellt fest, dass bei der deutschen Armee, 126 Jahre nach Fessendens Erfindung, der Sprechfunk zwischen Panzern nicht mehr zuverlässig funktioniert. Er pointiert, dass selbst der Befehl "Feuer einstellen" nicht sicher übermittelt werden könne. In der Konsequenz, so die überspitzte Darstellung, feuere ein deutscher Panzer einfach weiter, bis die Munition aufgebraucht ist – was zum Glück relativ schnell geschehe.
Das Digitalfunk-Debakel
Noch skurriler wird die Lage laut Martenstein beim Versuch, auf Digitalfunk umzusteigen. Obwohl die analoge Technik bereits eine Überforderung darstelle, habe man zwei Milliarden Euro in ein moderneres System investiert. Das Ergebnis: "But nothing funks. Fuck it." – eine direkte und provokante Zusammenfassung des gescheiterten Projekts.
Eine absurde Bitte an den Erfinder der Q-Tips
Im letzten Teil des Briefes wendet sich Martenstein an Leo Gerstenzang, den Erfinder der Ohrenstäbchen (Q-Tips) aus dem Jahr 1923. Er bittet ihn, Fessenden im Jenseits auszurichten, dass als nächstes in Deutschland wohl auch die Ohrenstäbchen versagen werden – zu kompliziert, zu viel Hightech. Die satirische Forderung: Gerstenzang möge etwas Einfacheres erfinden, vielleicht Q-Tips ohne Watte, damit man nicht lange überlegen müsse, welches Ende ins Ohr gehört.
Martensteins Kolumne ist eine beißende Kritik an der deutschen Bürokratie und Technikskepsis, verpackt in humorvolle und überspitzte Analogien. Sie hinterfragt, warum ein Land, das für Ingenieurskunst bekannt ist, bei scheinbar einfachen Lösungen so häufig scheitert.



