AfD-interner Streit: Parteikollegen verurteilen rassistisches Meme gegen Wahlsieger Özdemir
AfD-interner Streit um rassistisches Meme gegen Özdemir

AfD-interner Aufruhr nach rassistischem Meme gegen Wahlsieger Özdemir

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Christina Baum hat mit einem rassistischen Meme gegen den Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir für massive Kontroversen gesorgt - und erntet dabei scharfe Kritik aus den eigenen Reihen. Der Beitrag, der am Montag auf ihrem X-Profil (ehemals Twitter) veröffentlicht wurde, zeigt eine Zahnmedizinerin in einem Fahrstuhl mit dem Text: "Ich gratuliere den noch mehrheitlich christlichen Baden-Württembergern zum ersten muslimischen Ministerpräsidenten". Darunter steht in größerer Schrift die beleidigende Bezeichnung "Sultan Özdemir".

Parteiinterne Verurteilung des rassistischen Beitrags

Obwohl der Beitrag als Satire gekennzeichnet ist, hat er innerhalb der AfD zu erheblichen Unruhen geführt. Der Hamburger AfD-Vorsitzende Krzysztof Walczak reagierte mit deutlichen Worten: "Diese Kachel ist beschämend und anstandslos" - eine Aussage, die viel Zuspruch erhielt. Walczak betonte, man könne Cem Özdemir und die Grünen zwar aus politischen Gründen ablehnen, wie es die AfD tue, gehöre aber zur Wahrheit, dass Özdemir "mit dem Islam ungefähr so viel zu tun hat wie ein Christ, der nie in die Kirche geht" und "bestens integriert" sei.

Der 31-jährige Politiker verwies zudem darauf, dass Özdemir sich einer demokratischen Wahl gestellt habe, diese mit den meisten Stimmen gewonnen habe, Angriffe auf AfD-Mitglieder verurteilt habe und sich 2024 skeptisch zu einem AfD-Verbot geäußert habe. "Das ist nicht das Verhalten eines Sultans, sondern eines Demokraten", so Walczak. Auch andere Kommentierende verurteilten den Post von Baum überwiegend. Ein Top-Kommentar lautete: "Hier ist einer der Gründe, warum die AfD bis heute nicht als echter Koalitionspartner in Betracht gezogen werden kann. Schade!"

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Langanhaltende interne Konflikte um die umstrittene Politikerin

Die Kontroversen um Christina Baum sind nicht neu. Bei der Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl wurde sie von den Mitgliedern im Südwesten nicht mehr nominiert. In der Folge wich die Politikerin für ihre Bundestagskandidatur in einen Wahlkreis in Sachsen-Anhalt aus und sicherte sich dort ein Mandat. Ironischerweise blieb die 69-Jährige formal Mitglied im AfD-Landesverband Baden-Württemberg, obwohl sie dort bereits Monate zuvor politisch abgesägt worden war.

Landesvorsitzender Markus Frohnmaier nannte ihren Wechsel nach Sachsen-Anhalt bei der letzten Bundestagswahl gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" eine "Mitgliederverarsche" und wusste demnach nichts von ihrer fortbestehenden Mitgliedschaft. Frohnmaier betonte, er sei davon ausgegangen, dass Bundestagsabgeordnete auch ihren Hauptwohnsitz in jenem Wahlkreis hätten, in dem sie das Direktmandat holten. Baum verkündete vergangenes Jahr öffentlich, dass sie den Hauptwohnsitz in Baden-Württemberg behalten wolle - "das musste ich meinen noch schulpflichtigen Enkeln versprechen."

Der aktuelle Vorfall zeigt erneut die tiefen Gräben innerhalb der AfD und wirft Fragen über den Umgang mit rassistischen Äußerungen innerhalb der Partei auf. Cem Özdemir, der als großer Wahlsieger der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg gilt, wurde durch das Meme erneut zum Ziel persönlicher Angriffe, die über politische Kritik hinausgehen und rassistische Stereotype bedienen.

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