Kommunalwahl in Bayern: AfD fast verdreifacht Stimmen – CSU verliert an Boden
Bayern: AfD fast verdreifacht Stimmen bei Kommunalwahl

Kommunalwahl in Bayern: AfD erzielt historischen Zuwachs

Bei der Kommunalwahl in Bayern hat die Alternative für Deutschland (AfD) ihr Ergebnis im Vergleich zur vorherigen Wahl nahezu verdreifacht. Laut dem vorläufigen Endergebnis kommt die Partei auf 12,2 Prozent der Stimmen im Freistaat. Das bedeutet einen satten Zuwachs von 7,5 Prozentpunkten gegenüber dem Ergebnis von 2020, als die AfD lediglich 4,7 Prozent erreichte.

CSU muss leichte Verluste hinnehmen

Für die Christlich-Soziale Union (CSU) unter ihrem Vorsitzenden Markus Söder (59) bedeutet das Wahlergebnis hingegen einen Rückschlag. Die Partei kommt auf 32,5 Prozent der Stimmen und verliert damit im Vergleich zu den 34 Prozent aus dem Jahr 2020 leicht an Boden. Dennoch betont Söder, dass die CSU weiterhin deutlich vor der AfD liege und bei der Besetzung von Landräten und Bürgermeistern klare Mehrheiten habe.

„Wir haben überall eine klare Mehrheit neben der AfD“, erklärt der bayerische Ministerpräsident. Er verweist darauf, dass die CSU bei 834 direkt gewählten Bürgermeistern erfolgreich war und bei weiteren 200 Stichwahlen antritt. „Nach menschlichem Ermessen werden wir mehr haben als früher“, so Söder weiter. Die Stichwahlen für die noch offenen Posten finden am 22. März statt.

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AfD scheitert bei Bürgermeisterämtern

Trotz des deutlichen Stimmenzuwachses konnte die AfD kein einziges Bürgermeisteramt erringen. Auch an den anstehenden Stichwahlen ist kein Kandidat der Partei beteiligt. Dies stellt einen herben Rückschlag für die Landtags-Chefin der AfD, Katrin Ebner-Steiner (47), dar, die beim Politischen Aschermittwoch angekündigt hatte: „Wir wollen die Rathäuser stürmen.“

Allerdings profitiert die AfD davon, dass sie diesmal in allen Landkreisen und kreisfreien Städten mit Listen antrat – ein Schritt, der 2020 noch nicht gelungen war. In knapp 15 Landkreisen und kreisfreien Städten wurde die Partei sogar zur zweitstärksten Kraft gewählt.

AfD gewinnt deutlich mehr Sitze in Kreistagen und Stadträten

Für die kommenden sechs Jahre besetzt die AfD 711 Sitze in Kreistagen und Stadträten. Das sind 451 Sitze mehr als nach der Wahl 2020, was einer nahezu Verdreifachung entspricht. AfD-Landesvorsitzender Stephan Protschka (48), der selbst als Landrat in Dingolfing kandidiert hatte, zeigte sich dennoch enttäuscht: „Ich geb's zu, ich hätte mir ein bisschen was Besseres erhofft.“

Markus Söder kommentierte das Wahlergebnis nüchtern: „Die AfD ist fest da. Sie ist Teil unserer deutschen Realität.“ Die Veränderungen in der bayerischen Kommunalpolitik sind damit deutlich spürbar, auch wenn die CSU ihre dominante Stellung vorerst behaupten kann.

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