Kommunalwahlen in Bayern: Historischer Einbruch der CSU, AfD mit starkem Zuwachs
Die Auszählung der bayerischen Kommunalwahlen ist abgeschlossen und offenbart eine deutliche Veränderung der politischen Landschaft im Freistaat. Die landesweiten Ergebnisse für die Stadtratswahlen in kreisfreien Städten und Kreistagswahlen in Landkreisen stehen nun fest, wobei die noch anstehenden Stichwahlen in vielen Kommunen lediglich über Personen entscheiden, nicht aber das Gesamtergebnis beeinflussen.
CSU erreicht schlechtestes Kommunalwahlergebnis seit 72 Jahren
Die Christlich-Soziale Union musste bei diesen Wahlen erhebliche Verluste hinnehmen. Ihr Stimmenanteil sank von 34,5 Prozent bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2020 auf nunmehr 32,5 Prozent. Dies markiert das schlechteste Kommunalwahlergebnis der CSU seit dem Jahr 1952 und unterstreicht einen anhaltenden Abwärtstrend der traditionell dominierenden Kraft in Bayern.
AfD verdoppelt Stimmenanteil und etabliert sich als viertstärkste Kraft
Während die CSU verlor, konnte die Alternative für Deutschland ihren Stimmenanteil mehr als verdoppeln. Von zuvor 4,7 Prozent im Jahr 2020 stieg die AfD auf nun 12,2 Prozent an. Ein bedeutender Faktor hierbei war, dass die Partei erstmals flächendeckend mit eigenen Listen zur Wahl antrat, was ihr zu dieser deutlichen Steigerung verhalf und sie als viertstärkste Kraft in den bayerischen Kommunalparlamenten etablierte.
Grüne und SPD verlieren weiter an Boden
Die Grünen, die bei der letzten Wahl mit 17,5 Prozent ihr bis dahin bestes Kommunalwahlergebnis in Bayern erzielt hatten, mussten deutliche Verluste hinnehmen. Sie fielen auf 13,6 Prozent zurück, bleiben damit aber zweitstärkste Kraft in den Kommunalparlamenten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands setzte ihren Abwärtstrend fort: Nachdem sie 2020 bereits auf historisch schlechte 13,7 Prozent abgerutscht war, sackte die SPD nun weiter auf 12,3 Prozent ab und landete damit knapp vor der AfD auf dem dritten Platz.
Freie Wähler legen minimal zu, Wahlbeteiligung steigt
Die Freien Wähler konnten ihren Stimmenanteil leicht von 11,9 auf 12,1 Prozent erhöhen. Ein positives Signal sendete die gestiegene Wahlbeteiligung: Sie kletterte von 58,7 Prozent im Jahr 2020 auf nun 63,4 Prozent, was auf ein gesteigertes politisches Interesse der bayerischen Bevölkerung hindeutet.
Die ermittelten Ergebnisse basieren auf der Zusammenfassung der Stadtratswahlen in kreisfreien Städten und der Kreistagswahlen in Landkreisen. In diesen Zahlen sind auch gemeinsame Wahlvorschläge mit anderen Parteien oder Gruppen berücksichtigt, was ein umfassendes Bild der politischen Kräfteverhältnisse in Bayern vermittelt.



