Wahlkampf in Rheinland-Pfalz: Bewaffneter Plakatabreißer bedroht CDU-Mitarbeiterin
Bewaffneter Plakatabreißer bedroht CDU-Mitarbeiterin

Gefährliche Eskalation im rheinland-pfälzischen Wahlkampf

Der Wahlkampf in Rheinland-Pfalz hat eine bedrohliche Wendung genommen. In der kleinen Gemeinde Bullay bei Cochem hat ein bislang unbekannter Mann vor der Kreisgeschäftsstelle der CDU Wahlkampfplakate zerstört und dabei eine Mitarbeiterin der Partei mit einer mutmaßlichen Waffe bedroht. Die Polizei ist mit mehreren Streifenwagen im Einsatz und fahndet intensiv nach dem Täter.

Drohgebärde mit mutmaßlicher Schusswaffe

Laut Polizeiangaben ereignete sich der Vorfall am Dienstag gegen 12:20 Uhr. Ein Mann riss vor dem CDU-Büro in Bullay, einer Gemeinde mit knapp 2000 Einwohnern, mehrere Wahlkampfplakate ab – darunter auch Plakate von Spitzenkandidat Gordon Schnieder. Zwei Mitarbeiterinnen beobachteten den Vandalismus, eine von ihnen trat vor die Tür, um den Mann anzusprechen.

Dabei soll der Unbekannte laut geworden sein und die CDU-Mitarbeiterin beschimpft haben. Anschließend, so schildert es der örtliche Landtagsabgeordnete Jens Münster, zog der Mann sein Oberteil hoch und zeigte auf einen Gegenstand in seinem Hosenbund, bei dem es sich nach Polizeiangaben um eine Schusswaffe handeln könnte. Zeugen berichten, der Täter habe dabei über den Waffengriff gestreichelt. Die erschrockene Mitarbeiterin flüchtete zurück ins Büro, der Plakatabreißer ergriff die Flucht.

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Großfahndung nach dem Täter

Das Polizeipräsidium Trier hat eine detaillierte Personenbeschreibung veröffentlicht: Der Gesuchte ist etwa 1,80 Meter groß, zwischen 20 und 30 Jahre alt und hat längere dunkle Haare mit südländischem Aussehen. Zum Zeitpunkt der Tat trug er eine dunkle Jogginghose und ein helles Sweatshirt. Die Polizeiinspektion Zell bittet Zeugen unter der Telefonnummer (06542) 98670 um Meldungen.

Die Kreisgeschäftsstelle der CDU in Bullay blieb nach dem Vorfall zunächst geschlossen. „Der Schock bei unseren drei Mitarbeitern sitzt tief“, heißt es aus Parteikreisen. CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder zeigte sich betroffen: „Die Nachricht über einen nach Aussagen bewaffneten Randalierer vor unserer CDU-Geschäftsstelle in Bullay macht mich betroffen. Ich bin sehr erleichtert, dass unsere Mitarbeiterinnen unversehrt sind. Jetzt muss der Täter schnell gefasst werden.“

Politische Hintergründe werden geprüft

Ob der Vorfall einen politischen Hintergrund hat, wird derzeit noch ermittelt. Die Tat ereignet sich in einer hochsensiblen Phase des Landtagswahlkampfs. Rheinland-Pfalz wählt am 22. März einen neuen Landtag, die CDU will die SPD nach 35 Jahren an der Macht ablösen.

Interessant ist der zeitliche Zusammenhang: Erst vor wenigen Tagen hatte Spitzenkandidat Schnieder im Wahlkampf Messergewalt in Deutschland als „zugewanderte Kriminalität“ bezeichnet und die Abschiebung von Messertätern gefordert. Außerdem will er gewalttätige Schüler, die überwiegend Migrationshintergrund haben, für Polizei-, Feuerwehr- und Rettungseinsätze bezahlen lassen.

Die Polizei bestätigt den Vorfall und spricht von „einem Gegenstand, bei dem es sich um eine Schusswaffe handeln könnte“. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, während der Wahlkampf in Rheinland-Pfalz eine neue, besorgniserregende Dimension erreicht hat.

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