Historischer Tiefpunkt für die CSU bei bayerischer Kommunalwahl
Bei der Kommunalwahl in Bayern hat die Christlich-Soziale Union (CSU) ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren. Mit nur 32,5 Prozent der Stimmen in Stadträten, Gemeinderäten und Kreistagen verzeichnet die Partei ihr schwächstes Ergebnis seit fast 75 Jahren. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des bayerischen Landesamts für Statistik hervor, die einen deutlichen Rückschlag für die traditionell dominierende Kraft im Freistaat dokumentieren.
Zahlen und Trends im Detail
Das aktuelle Ergebnis bedeutet einen Rückgang um zwei Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Kommunalwahl im Jahr 2020. Damit handelt es sich um das zweitschlechteste Kommunalwahlergebnis in der Geschichte der CSU überhaupt. Ein noch schlechteres Resultat erzielte die Partei lediglich im Jahr 1952. Dennoch bleibt die CSU mit deutlichem Abstand die stärkste politische Kraft in Bayern.
Die größten Gewinner der Wahl sind eindeutig die Alternative für Deutschland (AfD), die mit 12,2 Prozent der Stimmen einen Zuwachs von satten 7,5 Prozentpunkten verzeichnet. Auch die Freien Wähler, die gemeinsam mit der CSU die bayerische Landesregierung stellen, konnten leichte Gewinne verbuchen und kamen auf 12,1 Prozent (plus 0,2 Prozentpunkte).
Auf der Verliererseite stehen die Grünen, die mit 13,6 Prozent einen deutlichen Rückgang von 3,9 Prozentpunkten hinnehmen mussten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) fiel auf 12,3 Prozent (minus 1,4 Prozentpunkte). Wählergruppen und sonstige Parteien erreichten zusammen 17,3 Prozent der Stimmen, was einem leichten Minus von 0,4 Prozentpunkten entspricht.
Wahlbeteiligung und Ausblick auf Stichwahlen
Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Statistiker bei 63,4 Prozent und damit knapp fünf Prozentpunkte höher als bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2020. Dieser Anstieg deutet auf ein gesteigertes politisches Interesse der bayerischen Bevölkerung hin.
Bei den Personenwahlen zum Oberbürgermeister oder zum Landrat steht das endgültige Gesamtergebnis noch aus. Zahlreiche Kandidaten müssen in die Stichwahl, die am kommenden Sonntag stattfinden wird. Von den Oberbürgermeisterkandidaten in den 22 kreisfreien Städten Bayerns erreichten laut Schnellmeldungen des Statistikamts nur fünf die erforderliche absolute Mehrheit. In den 62 Landkreisen gelang dies lediglich 33 Bewerbern.
Die politische Landschaft in Bayern zeigt sich damit in deutlicher Bewegung, wobei die traditionelle Dominanz der CSU weiter erodiert und neue Kräfte wie die AfD deutlich an Boden gewinnen. Die anstehenden Stichwahlen werden zeigen, wie sich diese Trends in den konkreten Amtsträgerpositionen niederschlagen werden.



