Kommunalwahl in Frankreich: Letzter großer Stimmungstest vor der Präsidentschaftswahl
Frankreich hat die erste Runde der Kommunalwahlen gestartet, bei der knapp 49 Millionen Wahlberechtigte über Tausende neue Gemeindevertreter abstimmen. Diese Wahl gilt als entscheidender Stimmungstest, der die politische Landschaft ein Jahr vor der nächsten Präsidentschaftswahl im Jahr 2027 abbilden soll.
Wahlbeteiligung leicht gestiegen
Um 12.00 Uhr lag die landesweite Wahlbeteiligung bei 19,37 Prozent. Damit liegt sie leicht über dem Wert von 18,38 Prozent, der bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2020 zur gleichen Tageszeit verzeichnet wurde. Die damalige Wahl fand allerdings unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie statt.
Präsident Emmanuel Macron und seine Ehefrau Brigitte gaben ihre Stimmen im nordfranzösischen Küstenort Le Touquet-Paris-Plage ab. Für Macron, der nach zwei Amtsperioden bei der nächsten Präsidentschaftswahl nicht mehr antreten kann, ist diese Abstimmung von besonderer Bedeutung.
Spannung um rechtsnationales Rassemblement National
Mit besonderer Aufmerksamkeit wird verfolgt, wie viele Mandate das rechtsnationale Rassemblement National (RN) unter Marine Le Pen erringen kann. Sowohl das RN als auch Macrons Partei Renaissance haben traditionell Schwierigkeiten, sich auf lokaler Ebene zu verankern.
Bei den Kommunalwahlen 2020 konnten vor allem die französischen Grünen Erfolge feiern. Sie fürchten nun jedoch eine mögliche Schlappe bei der aktuellen Abstimmung.
Umkämpfte Rathäuser in Großstädten
Besonders hart umkämpft sind die Rathäuser in Frankreichs Großstädten. In Paris stellt sich die Frage, ob nach zwölf Jahren sozialistischer Führung die Konservativen die Nachfolge der scheidenden Bürgermeisterin Anne Hidalgo antreten können.
In Marseille, Frankreichs zweitgrößter Stadt, wo ebenfalls die Sozialisten regieren, konkurrieren diese mit der Linkspartei und dem rechten Rassemblement National um die politische Vorherrschaft.
Parität und Wahlberechtigung
Bei den Listenwahlen sind alle Parteien verpflichtet, gleich viele Männer und Frauen in abwechselnder Reihenfolge als Kandidaten aufzustellen. Neben den in Frankreich wohnhaften Franzosen sind auch Einwohner aus anderen EU-Staaten zur Teilnahme an den Kommunalwahlen berechtigt.
Nach Angaben der französischen Regierung haben sich etwa 36.500 Deutsche für die Wahl registrieren lassen. In Wahlkreisen, in denen keine absolute Mehrheit erreicht wird, findet am kommenden Sonntag, dem 22. März, ein zweiter Wahlgang statt.



