Kommunalwahlen in Frankreich: Rechte und Linke feieren erste Erfolge vor zweitem Wahlgang
Frankreichs Kommunalwahl: Rechte und Linke melden Erfolge

Kommunalwahlen in Frankreich: Rechte und Linke feieren erste Erfolge

Die erste Runde der Kommunalwahlen in Frankreich hat ein politisches Kräftemessen zwischen Rechtsnationalen und Linksparteien offenbart. Sowohl das Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen als auch die Linkspartei La France Insoumise (LFI) haben nach ersten Auszählungen Zugewinne für sich beansprucht. Definitive Ergebnisse standen am Abend des 15. März 2026 jedoch noch aus, da in der Mehrzahl der Gemeinden und praktisch allen Großstädten kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte.

Zweiter Wahlgang entscheidet über Rathäuser

Am kommenden Sonntag, dem 22. März, findet daher ein zweiter Wahlgang statt, der über die Besetzung der Rathäuser entscheiden wird. Knapp 49 Millionen Wahlberechtigte waren zur Teilnahme an diesem Urnengang aufgerufen, bei dem Tausende Gemeindevertreter gewählt werden. Diese bestimmen im Anschluss die Bürgermeister oder Bürgermeisterinnen ihrer Kommunen.

Die Wahlbeteiligung lag um 17.00 Uhr landesweit bei 48,90 Prozent, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den vorangegangenen Kommunalwahlen im Jahr 2020 zeigt. Damals, während der Corona-Pandemie, betrug die Beteiligung am Mittag nur 38,77 Prozent. Präsident Emmanuel Macron und seine Ehefrau Brigitte gaben ihre Stimmen im nordfranzösischen Küstenort Le Touquet-Paris-Plage ab.

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Großstädte als zentrale Schauplätze des politischen Wettstreits

Besonders intensiv umkämpft sind die Rathäuser der französischen Großstädte, die als wichtige Indikatoren für die politische Stimmung im Land gelten. In Paris deutet sich an, dass die Hauptstadt nach dem Ausscheiden von Bürgermeisterin Anne Hidalgo weiterhin in der Hand der Sozialisten bleiben könnte. Der Sozialist Emmanuel Grégoire landete nach Hochrechnungen deutlich vor der konservativen Herausforderin Rachida Dati.

In Marseille, der zweitgrößten Stadt Frankreichs, könnten die Sozialisten ebenfalls die Führung behalten – Hochrechnungen sahen sie knapp vor dem Rassemblement National. Anders sieht es in Nizza an der Côte d'Azur aus: Hier führte der rechtsnationale Éric Ciotti in den Hochrechnungen vor dem aktuellen Bürgermeister Christian Estrosi aus dem konservativen Mitte-Lager.

Überraschungen und Wiederwahlen im Süden Frankreichs

Im südfranzösischen Perpignan, der einzigen Großstadt, in der bisher bereits das RN regierte, deutet alles auf eine Wiederwahl von Bürgermeister Louis Aliot bereits im ersten Wahlgang hin. Ein überraschendes Comeback zeichnet sich hingegen in der Elsass-Metropole Straßburg ab: Die Sozialistin Catherine Trautmann, die dort bereits von 1989 bis 1997 und erneut von 2000 bis 2001 Bürgermeisterin war, landete in der ersten Wahlrunde auf Platz eins knapp vor dem konservativen Herausforderer Jean-Philippe Vetter.

Die bisherige Bürgermeisterin Jeanne Barseghian von den Grünen kam nur auf Platz drei, was für die Partei, die bei den Kommunalwahlen 2020 noch punkten konnte, eine mögliche Enttäuschung darstellt. Ein Jahr vor der nächsten Präsidentschaftswahl, bei der Macron nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten kann, gilt diese Abstimmung als letzter großer Stimmungstest für die politischen Kräfte im Land.

Besonderheiten des Wahlverfahrens und internationale Beteiligung

Bei den Listenwahlen sind die französischen Parteien verpflichtet, gleich viele Männer und Frauen in abwechselnder Reihenfolge als Kandidaten aufzustellen. Neben den im Land wohnenden Französinnen und Franzosen sind auch Einwohner aus EU-Staaten zur Teilnahme an den Kommunalwahlen berechtigt. Nach Angaben der Regierung haben sich rund 36.500 Deutsche für die Wahl registrieren lassen, was die internationale Dimension dieser lokalen Abstimmung unterstreicht.

Die Spannung bleibt hoch, insbesondere was die Mandatszahl des rechtsnationalen Rassemblement National betrifft, das sich ebenso wie die Partei Renaissance von Staatschef Macron traditionell mit lokaler Verankerung schwer tut. Der zweite Wahlgang am 22. März wird nun zeigen, welche politischen Kräfte in den französischen Kommunen die Oberhand gewinnen und wie sich dies auf die kommende Präsidentschaftswahl auswirken könnte.

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