Kommunalwahl in Frankreich gestartet: Letzter großer Stimmungstest vor Präsidentschaftswahl
Frankreich hat die erste Runde der Kommunalwahlen begonnen, bei der knapp 49 Millionen Wahlberechtigte über neue Gemeindevertreter abstimmen. Diese Wahl gilt als entscheidender Stimmungstest, da sie genau ein Jahr vor der nächsten Präsidentschaftswahl stattfindet, bei der Staatschef Emmanuel Macron nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten kann.
Wahlbeteiligung leicht gestiegen
Um 12.00 Uhr lag die landesweite Wahlbeteiligung bei 19,37 Prozent. Dies stellt einen leichten Anstieg im Vergleich zu den vorangegangenen Kommunalwahlen im Jahr 2020 dar, die mitten in der Corona-Pandemie organisiert wurden und bei denen die Beteiligung am Mittag bei 18,38 Prozent lag. Präsident Macron und seine Ehefrau Brigitte gaben ihre Stimmen im nordfranzösischen Küstenort Le Touquet-Paris-Plage ab.
Großstädte als zentrale Kampfplätze
Besonders intensiv umkämpft sind die Rathäuser der französischen Großstädte. In Paris stellt sich die Frage, ob nach zwölfjähriger Führung der Sozialisten die Konservativen die Nachfolge der scheidenden Bürgermeisterin Anne Hidalgo antreten können. In Marseille, Frankreichs zweitgrößter Stadt, sind ebenfalls die Sozialisten an der Macht – bei dieser Wahl konkurrieren sie sowohl mit der Linkspartei als auch mit dem rechtsnationalen Rassemblement National (RN).
Parteien im Fokus: RN, Renaissance und Grüne
Mit besonderer Spannung wird verfolgt, wie viele Mandate das rechtsnationale Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen erringen kann. Sowohl diese Partei als auch Macrons Partei Renaissance haben traditionell Schwierigkeiten mit lokaler Verankerung. Bei den Kommunalwahlen 2020 konnten vor allem Frankreichs Grüne punkten, die nun jedoch eine mögliche Schlappe fürchten.
Wahlverfahren und Teilnahmeberechtigte
Bei den Listenwahlen sind alle Parteien verpflichtet, gleich viele Männer und Frauen in abwechselnder Reihenfolge als Kandidaten aufzustellen. Neben den im Land wohnenden Französinnen und Franzosen sind auch Einwohner aus EU-Staaten zur Teilnahme an den Kommunalwahlen berechtigt. Nach Angaben der Regierung haben sich etwa 36.500 Deutsche für die Wahl registrieren lassen.
Zweiter Wahlgang bei fehlender absoluter Mehrheit
In Gemeinden, wo keine absolute Mehrheit erreicht wird, findet am kommenden Sonntag, dem 22. März, ein zweiter Wahlgang statt. Die gewählten Gemeindevertreter bestimmen im Anschluss den jeweiligen Bürgermeister oder die Bürgermeisterin, was die lokale politische Landschaft für die kommenden Jahre prägen wird.



