Persönliche Verletzung im Uckermark-Wahlkampf: Landrätin verweigert Handschlag
Die Stimmung im Wahlkampf um das Landratsamt der Uckermark ist auf einem neuen Tiefpunkt angelangt. Landrätin Karina Dörk (CDU) hat ihrem Herausforderer Felix Teichner (AfD) beim jüngsten Wahlforum demonstrativ den Handschlag verweigert und sich stattdessen mit einem distanzierten Nicken begnügt. Dieser ungewöhnliche Akt der politischen Distanzierung hat tiefere Gründe, die die 61-jährige Amtsinhaberin bis ins Mark getroffen haben.
„Das hat mich entsetzt und verletzt“
„Ich war auf einiges im Wahlkampf gefasst, aber darauf nicht“, gesteht Karina Dörk in einem exklusiven Gespräch. „Das hat mich entsetzt. Ich bin bis heute verletzt.“ Der Auslöser für diese emotionale Reaktion sind umstrittene Wahlplakate, die ihr AfD-Gegenkandidat im Landkreis hat aufstellen lassen. Die großformatigen Banner zeigen ein KI-generiertes Porträt der Landrätin mit einer montierten „Merkel-Raute“ vor einem rosa Dreieckshintergrund.
Besonders empörend findet Dörk die Symbolik: „Ein Vertreter des VVN-Bundes Uckermark-Barnim hat darauf hingewiesen, dass dieses rosa Dreieck einem NS-Symbol ähneln soll.“ Zwar sah die Staatsanwaltschaft Neuruppin keinen ausreichenden Anfangsverdacht für eine Strafbarkeit, doch die politische Botschaft war für die Christdemokratin eindeutig. „Aus meiner Sicht hat er sich damit total disqualifiziert“, urteilt sie über ihren Kontrahenten.
Strategische Zurückhaltung statt juristischer Auseinandersetzung
Privatrechtlich gegen die Plakate vorzugehen, kam für die erfahrene Politikerin nicht in Frage. „Ich springe doch nicht über jedes Stöckchen“, erklärt Dörk ihre Entscheidung. „Das war vermutlich beabsichtigt, um im Nachgang laut ‚Zensur' schreien zu können. Den Gefallen tun wollte ich ihm nicht.“ Stattdessen wählte sie eine andere Strategie: „Ich habe mir gesagt: Das erträgst du jetzt. Es kommt der Tag nach der Wahl, danach ist das wieder weg.“
Dennoch gesteht sie: „Es schmerzt mich jedes Mal, wenn ich an diesen Aufstellern vorbeifahre.“ Diese persönliche Verletzung erklärt auch ihre Reaktion beim Wahlforum, wo sie dem 35-jährigen AfD-Kandidaten demonstrativ auswich. Bei derselben Veranstaltung hatte sie jedoch Grund zur Freude: Über 80 Prozent der anwesenden Unternehmer und Handwerker sprachen sich in einer Umfrage für ihre Wiederwahl aus.
Erfolge und Zukunftsperspektiven für die Uckermark
Karina Dörk blickt dennoch zuversichtlich auf die Wahl am 19. April. Die gebürtige Woldegkerin verweist auf ihre achtjährige Amtszeit und betont: „Das Personal muss hinter einem stehen, sonst wird das nichts. Die große Aufgabe, die Uckermark weiter auf einen guten Weg zu bringen, gelingt nur in Teamarbeit.“ Ihre Verwaltungserfahrung und parteiübergreifende Netzwerkarbeit sieht sie als entscheidende Vorteile.
Als konkretes Beispiel nennt sie ihre Bemühungen um die Abwendung amerikanischer Sanktionen für das PCK Schwedt. „Nach einem Anruf von Rosneft habe ich damals zu rotieren begonnen“, erinnert sich die Landrätin. „Ich wusste, jetzt brennt die Luft. Ich brauche unbedingt einen persönlichen Termin.“ Durch ihre schnelle Reaktion und parteiübergreifende Gespräche konnten die Sanktionen schließlich unbefristet ausgesetzt werden.
Sacharbeit statt Parteipolitik
„Es geht doch nur in zweiter Linie um mich oder um Parteipolitik“, betont Dörk ihren politischen Ansatz. „An erster Stelle steht der Landkreis und seine Menschen.“ Vielleicht erklärt dieser Fokus auf Sachthemen auch, warum das „CDU“-Logo auf ihren Wahlplakaten diesmal besonders klein ausfällt. Die langjährige Firmenchefin setzt bewusst auf Inhalte statt auf Parteizugehörigkeit.
Für den Wahlabend plant die Landrätin eine bescheidene Feier im Raum „301“ der Kreisverwaltung, gefolgt von einem geselligen Beisammensein in der Weinscheune. Doch ihr wichtigstes Ziel nach der anstrengenden Kampagne ist simpel: „Ich will am nächsten Arbeitstag schließlich wieder fit sein. Es gibt viel zu tun in der Uckermark.“ Arbeit, Arbeit, Arbeit – für Karina Dörk ist das nicht nur ein Wahlkampfmotto, sondern gelebte politische Praxis.



