Linke stellt Weichen für Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt
Die Linke hat auf einer Vertreterversammlung in Naumburg im Burgenlandkreis die Weichen für den anstehenden Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt gestellt. Mit einer deutlichen Mehrheit von 81,5 Prozent wurde Fraktionschefin Eva von Angern als Spitzenkandidatin nominiert. Von 108 Delegierten stimmten 88 mit Ja, während es zwölf Nein-Stimmen und acht Enthaltungen gab.
Von Angern betont Kampf gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit
In ihrer Nominierungsrede unterstrich Eva von Angern das zentrale Anliegen ihrer Partei: niemand soll in Armut leben müssen. „Armut ist in unserem reichen Land einfach überflüssig“, erklärte sie und forderte einen starken Sozialstaat sowie leistungsfähige Kommunen. Zugleich positionierte sie sich scharf gegen die politische Konkurrenz, insbesondere die AfD. „Die AfD wird dieses Land niemals regieren“, sagte von Angern und kritisierte deren Haltung gegenüber unabhängiger Justiz, Kirchen, Inklusion, Migranten, freier Presse und kultureller Freiheit.
Wahlprogramm fokussiert auf soziale Gerechtigkeit und Alltagshilfen
Die beiden Landesvorsitzenden Janina Böttger und Hendrik Lange betonten, dass soziale Gerechtigkeit im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen wird. „Das ist unser Versprechen: Die Linke ist da, wenn du sie brauchst“, so Lange. Konkret plant die Partei:
- Sozialsprechstunden und Heizkostenchecks für Bürger
- Kampf für den Erhalt von Krankenhäusern vor Ort
- Einsatz für Klimaschutzmaßnahmen
- Forderungen nach einer Übergewinnsteuer, einem Benzinpreisdeckel und der Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets
Böttger ergänzte: „Unser Markenkern ist und bleibt soziale Gerechtigkeit.“ Sie verwies auf die Sorgen vieler Menschen um ihre finanzielle Lage und forderte staatliche Eingriffe zur Entlastung.
Debatte um Mitgliederentscheid bei Regierungsbeteiligung
Auf dem Parteitag gab es eine längere Diskussion über einen Antrag der Linksjugend, der einen verpflichtenden Mitgliederentscheid im Falle einer Koalitionsbeteiligung oder Tolerierung einer Regierung vorsah. Co-Landeschefin Janina Böttger wies dies als verfrüht zurück, betonte aber, dass der Landesvorstand solche Entscheidungen nicht allein treffen würde. Sie verwies auf Beteiligungsmöglichkeiten wie Regionalkonferenzen oder einen Landesparteitag und schloss einen Mitgliederentscheid nicht aus. Letztlich setzte sich der Änderungsantrag des Landesvorstands durch.
Ziel: Verbesserung des Wahlergebnisses von 2021
Das Wahlprogramm, das mit wenigen Gegenstimmen beschlossen wurde, konzentriert sich auf Maßnahmen gegen Kinderarmut und gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Hochschule. Hendrik Lange bezeichnete die Linke als „Pol der Hoffnung“. Bei der Landtagswahl am 6. September 2026 strebt die Partei an, ihr Ergebnis von 11,0 Prozent aus dem Jahr 2021 zu übertreffen. Eva von Angern kündigte an, dieses Ziel aktiv zu verfolgen und die Präsenz der Linken in Sachsen-Anhalt zu stärken.



