Ex-AfD-Chef Jörg Meuthen beendet politische Karriere nach Wahl-Debakel in Baden-Württemberg
Meuthen beendet politische Karriere nach Wahl-Debakel

Ex-AfD-Chef Meuthen beendet politische Laufbahn nach enttäuschendem Wahlergebnis

Prof. Dr. Jörg Meuthen (64), ehemaliger Bundesvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD), hat seinen vollständigen Rückzug aus der aktiven Politik bekannt gegeben. Der Politiker, der von 2015 bis 2022 als einer von zwei Bundessprechern der AfD fungierte, reagiert damit auf das katastrophale Abschneiden der Werteunion bei der jüngsten Landtagswahl in Baden-Württemberg.

Wahl-Desaster als Auslöser für Rücktritt

Die von Meuthen mitgeführte Kleinpartei Werteunion erreichte bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg lediglich 0,2 Prozent der Wählerstimmen. Dieses Ergebnis bezeichnete Meuthen gegenüber Medien als „wirklich heftige Enttäuschung“. Obwohl er selbst nicht mit einem Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde gerechnet habe, habe er zumindest ein Ergebnis um die ein Prozent-Marke für realistisch gehalten.

Als Spitzenkandidat der Werteunion in Baden-Württemberg übernimmt Meuthen die Verantwortung für das schlechte Abschneiden: „Ich gebe alle Parteifunktionen auf, bleibe nur einfaches Parteimitglied. Ich bin bereits als Vize-Landesvorsitzender zurückgetreten“, erklärte der 64-Jährige. Zudem werde er auf dem kommenden Bundesparteitag der Werteunion nicht mehr für den Bundesvorstand kandidieren.

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Zwei Hauptgründe für das Scheitern

In einem internen Brief an die Mitglieder der Werteunion, der Medien vorliegt, nennt Meuthen zwei zentrale Ursachen für das Wahldebakel:

  • Finanzielle Unterlegenheit: Die Werteunion sei „sinnbildlich mit einer Wasserpistole bewaffnet“ gewesen, während die etablierten Parteien mit „hochgerüsteten Armeen“ angetreten seien. Nach Meuthens Schätzung verfügten die großen Parteien über etwa das Hundertfache an finanziellen Mitteln für den Wahlkampf.
  • Personelle Schwäche: Die Landesverbände der Werteunion in Baden-Württemberg zählen aktuell nur knapp über 200 Mitglieder. Den aktiven Wahlkampf bestritten lediglich 60 bis 70 hoch engagierte Mitglieder, was für eine flächendeckende Präsenz nicht ausreichte.

Von der AfD zur Werteunion

Meuthens politischer Weg führte ihn von der AfD, die er 2015 mitbegründete und bis 2022 als Bundessprecher führte, zur Werteunion. Nach internen Machtkämpfen mit dem rechtsextremen Flügel der AfD trat er 2022 aus der Partei aus und schloss sich der deutlich kleineren Werteunion an, wo er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden aufstieg.

Seine aktuelle Einschätzung der politischen Landschaft fällt ernüchternd aus: „Ich bin mit meiner tief freiheitlichen Überzeugung vielleicht inzwischen falsch in meinem Land. Das muss ich als Demokrat respektieren. Es gibt glücklicherweise auch ein Leben außerhalb der Politik“, so Meuthen abschließend.

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