Ehemaliger AfD-Chef Jörg Meuthen beendet politische Karriere nach Wahl-Desaster
Der einstige AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat seinen vollständigen Rückzug aus der aktiven Politik verkündet. Diese Entscheidung folgt auf das enttäuschende Abschneiden der Kleinpartei WerteUnion, für die er als Spitzenkandidat bei der jüngsten Landtagswahl in Baden-Württemberg angetreten war.
Bestätigung des Rückzugs und parteiinterne Konsequenzen
Meuthen bestätigte gegenüber dem SPIEGEL seinen Schritt, nachdem zunächst die »Bild«-Zeitung darüber berichtet hatte. Konkret bedeutet dies: Er ist bereits als stellvertretender Landesvorsitzender der WerteUnion in Baden-Württemberg zurückgetreten und wird auf dem anstehenden Bundesparteitag der Partei nicht mehr für den Bundesvorstand kandidieren. Damit beendet er seine aktive politische Laufbahn, bleibt aber nach eigenen Angaben weiterhin einfaches Mitglied der WerteUnion.
Desaströses Wahlergebnis als Auslöser
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg erreichte die WerteUnion lediglich 0,2 Prozent der Zweitstimmen. Meuthen selbst trat im Wahlkreis Kehl an und konnte dort nur 0,8 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen. Dieses Ergebnis markiert einen deutlichen Tiefpunkt in seiner politischen Karriere, die ihn zuvor bis an die Spitze der AfD geführt hatte.
Meuthens Begründung für den Rückzug
In seiner Erklärung gegenüber dem SPIEGEL führte Meuthen aus: »Ich habe gelernt, dass sich für meine tief freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Überzeugungen in Deutschland selbst in der staatlich geschaffenen Krise einfach keine relevanten Mehrheiten finden lassen. Das muss ich als Demokrat respektieren.« Diese Aussage unterstreicht seine Enttäuschung über die mangelnde Resonanz auf seine politischen Positionen in der deutschen Wählerschaft.
Stationen einer wechselhaften politischen Laufbahn
Jörg Meuthen war im September 2024 der WerteUnion beigetreten, nachdem er bis zu seinem Austritt im Jahr 2022 seit 2015 Co-Vorsitzender der AfD gewesen war. Während seiner Zeit bei der AfD saß er auch als Abgeordneter im Europäischen Parlament. Sein Wechsel zur WerteUnion und die anschließende Kandidatur in Baden-Württemberg sollten eigentlich ein politisches Comeback markieren, endeten jedoch in einem deutlichen Misserfolg.
Der Rückzug Meuthens aus allen politischen Ämtern beendet somit eine Phase, in der er versuchte, mit der WerteUnion eine neue politische Heimat zu finden. Die Partei, die sich als konservative Alternative positioniert, konnte mit ihm als Spitzenkandidaten jedoch keine nennenswerten Wahlerfolge erzielen. Meuthens Entscheidung reflektiert die schwierige Position marktwirtschaftlich-liberaler Positionen im aktuellen politischen Spektrum Deutschlands.



