Kaufbeuren im Allgäu ist Deutschlands neue Blitzhauptstadt
Das bayerische Kaufbeuren hat sich im Jahr 2025 zur neuen Blitzhauptstadt Deutschlands gekürt. Mit einer Dichte von 1,23 Blitzen pro Quadratkilometer führt die Stadt im Allgäu das aktuelle Ranking des Blitz-Informationsdienstes Aldis/Blids an. Allerdings fällt auf, dass diese Zahl im Vergleich zu den Vorjahren außergewöhnlich niedrig ausfällt. Der Spitzenreiter des Jahres 2024, das oberbayerische Rosenheim, verzeichnete damals noch fast drei Blitze pro Quadratkilometer.
Das Alpenvorland dominiert die Spitzenplätze
Unter den blitzreichsten Städten und Kreisen finden sich erneut vor allem Regionen aus dem Süden Deutschlands, insbesondere dem bayerischen Alpenvorland. Auf Platz zwei liegt Landsberg am Lech mit 1,09 Blitzen pro Quadratkilometer, dicht gefolgt von Fürstenfeldbruck mit 1,03 auf Rang drei. Das Alpenvorland gilt traditionell als blitzreiche Zone, da das dortige Gelände die Entstehung von Gewittern besonders begünstigt.
Interessanterweise schafft es mit Mönchengladbach nur eine einzige alpenferne Stadt in die Top Ten des Rankings. Die nordrhein-westfälische Stadt landet mit 0,98 Blitzen pro Quadratkilometer auf dem vierten Platz. Die weiteren Positionen fünf bis acht belegen bayerische Landkreise: Dachau (0,93), Ostallgäu (0,86), Oberallgäu (0,84) und Rosenheim (0,83). Die Plätze neun und zehn gehen mit Sigmaringen (0,77) und dem Alb-Donau-Kreis (0,74) an Baden-Württemberg.
Der Norden bleibt besonders blitzarm
Wer hingegen Angst vor Blitzen hat, war im Jahr 2025 in Kiel am sichersten aufgehoben. Die Experten zählten in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt insgesamt nur sechs Blitze, was einer Dichte von lediglich 0,05 Blitzen pro Quadratkilometer entspricht. Ebenfalls sehr blitzarm waren Magdeburg, Neumünster, Wilhelmshaven und Plön mit jeweils 0,06 Blitzen pro Quadratkilometer.
Vier der neun blitzärmsten Städte und Kreise finden sich in Schleswig-Holstein, zwei in Niedersachsen und je einer in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Diese Verteilung unterstreicht die deutliche Nord-Süd-Differenz bei der Blitzaktivität in Deutschland.
Bayern führt auch auf Länderebene
Auch auf Ebene der Bundesländer bestätigt sich das Bild: Bayern weist mit 0,43 Blitzen pro Quadratkilometer die höchste Blitzdichte auf und verzeichnet mit rund 30.000 Blitzen auch die absolut höchste Zahl an Erdblitzen. Platz zwei belegt Baden-Württemberg mit knapp 15.000 Blitzen. Der deutschlandweite Durchschnitt lag bei 0,28 Erdblitzen pro Quadratkilometer.
2025 war ein ungewöhnlich blitzarmes Jahr
Insgesamt war das Jahr 2025 durch eine ungewöhnlich geringe Blitzaktivität geprägt. Deutschlandweit wurden nur etwa 100.000 Erdblitze registriert – das entspricht in etwa der Hälfte der Zahl aus dem Vorjahr 2024. Fachleute führen dies auf die spezifischen Wetterbedingungen zurück: Blitze entstehen bevorzugt bei Wärme und Feuchtigkeit, weshalb sie vor allem im Sommer auftreten. In besonders trockenen Jahren sind sie tendenziell seltener. 2025 war es oft entweder zu kalt oder zu trocken für eine starke Blitzaktivität.
Methodische Besonderheiten der Blitzstatistik
Die vom Blitz-Informationsdienst Aldis/Blids erhobenen Zahlen unterscheiden sich methodisch von anderen Blitzstatistiken, was zu abweichenden Ergebnissen führen kann. In dieser spezifischen Statistik werden ausschließlich Erdblitze gezählt – also tatsächliche Einschläge und keine Entladungen innerhalb der Wolken. Zudem kommt es häufig vor, dass durch einen Blitzkanal in kürzester Zeit mehrere Entladungen fließen. Für Beobachter erscheint dies wie ein Flackern des Blitzes. Fachleute unterscheiden hier zwischen einem „Flash“ und mehreren „Strokes“. Die Aldis/Blids-Statistik zählt in solchen Fällen nur einen Blitz, also einen „Flash“.



