Lawinengefahr in den Alpen: Elf Tote und dringende Warnungen für Wintersportler
Seit Sonntag sind in den Alpen elf Menschen bei Lawinenabgängen ums Leben gekommen. Diese tragischen Vorfälle unterstreichen die akute Gefahr, die von Schneemassen in den Bergen ausgeht. In Tirol wurde bereits die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen, mit über 30 registrierten Lawinen an einem einzigen Tag. In Frankreich sind seit Saisonbeginn sogar 28 Todesfälle zu beklagen.
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Thomas Feistl, Leiter der Lawinenwarnzentrale Bayern, betont die Unberechenbarkeit von Lawinen, insbesondere in höheren Lagen, wo die Klimakrise die Situation verschärft. "Wenn man sich nicht sicher ist in einem Hang oder wenn man nicht genau weiß, wie die Situation ist, dann würde ich immer empfehlen, sich zurückzuhalten und umzukehren", sagt Feistl. Er warnt, dass alle schneebedeckten Hänge mit einer Neigung von über 30 Grad potenziell gefährlich sind.
Feistl, der selbst einen Lawinenabgang erlebt hat, beschreibt die Hilflosigkeit im Ernstfall: "In der Regel macht die Lawine mit einem, was sie will, und man ist schutzlos ausgeliefert. Es ist eine Art Kontrollverlust, und da kann man eigentlich nichts mehr tun, als zu hoffen, dass einen die Kollegen oder die Bergwacht rechtzeitig rausholt." Die größte Gefahr sei das Ersticken unter den Schneemassen.
Maßnahmen zur Risikominderung und lebensrettende Ausrüstung
Um das Lawinenrisiko zu verringern, setzen viele Skigebiete auf gezielte Sprengungen von Schneebrettern. Feistl erklärt: "Dieses Kabel ist eine Sprengbahn. Da werden Sprengsätze in lawinengefährdete Hänge gefahren, gesprengt, und nachdem die Lawinen abgegangen sind, kann die Piste wieder geöffnet werden."
Für Wintersportler, die risikoreich unterwegs sein wollen, ist eine gründliche Vorbereitung unerlässlich. Dazu gehören:
- Smartphone und Helm
- Schaufel und Suchsonde
- Ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät)
Feistl betont: "Ohne so ein Gerät hat man keine Chance, in einer Lawine gefunden zu werden, und man kann niemanden suchen." Diese Ausrüstung kann im Notfall lebensrettend sein und sollte bei jeder Tour außerhalb gesicherter Pisten mitgeführt werden.
Die aktuelle Situation zeigt, dass trotz technischer Maßnahmen die Eigenverantwortung der Wintersportler entscheidend bleibt. Durch Beachtung von Warnungen, angemessene Ausrüstung und umsichtiges Verhalten können Unfälle vermieden werden.



