35 Jahre Krakow: Herrenmode-Geschäft in Wittenberge feiert Doppeljubiläum
35 Jahre Krakow: Herrenmode feiert Doppeljubiläum

35 Jahre Krakow: Herrenmode-Geschäft in Wittenberge feiert Doppeljubiläum

Seit 1991 gibt es das Herrenmodegeschäft „Mode für Männer - Krakow“ in der Wittenberger Bahnstraße. Während viele andere Läden in der Region längst aufgegeben haben, kann das Familienunternehmen nun ein beeindruckendes Doppeljubiläum feiern: 35 Jahre seit der Gründung und 20 Jahre seit der Übernahme durch die Tochter der Gründerin.

Ein fließender Generationswechsel

„30 % Rabatt auf alles“ prangt derzeit groß auf der Schaufensterscheibe des Geschäfts – ein besonderes Angebot zum Jubiläum. Inhaberin Gabriele Braband, die das Geschäft vor zwei Jahrzehnten von ihrer Mutter Christa Krakow übernahm, erinnert sich: „Das war ein fließender Übergang, die Kunden haben nichts davon gemerkt.“ Bereits von Anfang an standen Mutter und Tochter gemeinsam hinter der Ladentheke und bauten das Unternehmen gemeinsam auf.

Beide brachten berufliche Erfahrungen aus DDR-Zeiten mit: Christa Krakow leitete zunächst eine Sportartikelabteilung, bevor sie zehn Jahre lang eine „Exquisit“-Verkaufsstelle für Herrenmode in Wittenberge führte. „Das hat mir gefallen“, sagt sie heute. Im April 1991 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit, übernahm einen Laden, renovierte ihn komplett und gestaltete ihn deutlich heller als die typischen dunklen Exquisit-Läden der Vergangenheit.

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Herausforderungen und Anpassungen

Die ersten Jahre nach der Wende waren besonders erfolgreich: „Es gab einen großen Nachholbedarf, und die Menschen legten mehr Wert auf Äußeres“, erklärt Gabriele Braband. 1998 zog das Geschäft an seinen heutigen Standort in der Bahnstraße 26 um. Seitdem hat sich viel verändert: Wittenberge verlor Einwohner, die Bevölkerung altert, und Leerstände prägen zunehmend die Bahnstraße – besonders sichtbar in der gegenüberliegenden Prignitz-Galerie.

Die Einkaufsgewohnheiten haben sich radikal gewandelt. Online-Plattformen machen traditionellen Einzelhändlern das Leben schwer, und seit den Corona-Jahren werden Anzüge und Krawatten oft nur noch für festliche Anlässe wie Hochzeiten oder Abibälle getragen. Im Alltag dominieren heute häufig Jogginghosen oder T-Shirts. „Das ist nicht immer zum Vorteil für die Menschen – und den Handel“, stellt Braband fest.

Zukunftsperspektiven im ländlichen Raum

Die Geschäftsinhaberin ist überzeugt: „Den Einzelhandel in seiner jetzigen Form wird es in Zukunft nicht mehr geben. In Großstädten hätten wir schon jetzt keine Chance.“ Stattdessen werden aus ihrer Sicht künftig große Stores und Ketten den Markt dominieren. Dennoch funktioniert das Geschäft in Wittenberge weiterhin – auch wenn Braband und ihre inzwischen über 80-jährige Mutter, die immer noch im Laden mithilft, inzwischen ohne Angestellte auskommen müssen. Die letzte Mitarbeiterin ging vor drei Jahren in Rente.

Trotz aller Belastungen will Braband nicht klagen: „Man muss sich überlegen, wie man vorwärtskommt. Ständig zu schimpfen, drückt nur die Gesamtstimmung.“ Das Familienunternehmen hat sich stets Mühe gegeben, bis die Kunden zufrieden sind – und genau dieser Ansatz hat ihnen geholfen, allen Herausforderungen der vergangenen 35 Jahre zu trotzen.

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