AfD-interner Streit: Extremes Meme gegen Özdemir sorgt für parteiweite Empörung
AfD-interner Streit: Extremes Meme gegen Özdemir

AfD-interner Aufruhr nach extremem Meme gegen Wahlsieger Özdemir

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Christina Baum hat mit einem kontroversen Beitrag in den sozialen Medien nicht nur öffentliche Empörung, sondern auch scharfe parteiinterne Kritik ausgelöst. Das als Satire gekennzeichnete Meme richtet sich gegen Cem Özdemir, den Grünen-Spitzenkandidaten und großen Wahlsieger der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg.

Islamfeindliche Darstellung löst Welle der Ablehnung aus

Das auf ihrem X-Profil veröffentlichte Bild zeigt eine Zahnmedizinerin in einem Fahrstuhl mit einem Textbalken, der ironisch den „mehrheitlich christlichen Baden-Württembergern zum ersten muslimischen Ministerpräsidenten“ gratuliert. Darunter steht in größerer Schrift die beleidigende Bezeichnung „Sultan Özdemir“. Obwohl als satirischer Beitrag markiert, stößt diese Darstellung selbst innerhalb der AfD auf massive Ablehnung.

Der Hamburger AfD-Vorsitzende Krzysztof Walczak reagierte umgehend mit deutlichen Worten: „Diese Kachel ist beschämend und anstandslos“. Seine Kritik fand breite Unterstützung unter Parteimitgliedern und Beobachtern. Walczak betonte, man könne Özdemir und die Grünen zwar politisch ablehnen, müsse dabei aber fair bleiben.

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AfD-Vertreter verteidigt überraschend den Grünen-Politiker

In einer ungewöhnlichen Stellungnahme verteidigte Walczak sogar persönlich den angegriffenen Politiker: „Özdemir hat mit dem Islam ungefähr so viel zu tun wie ein Christ, der nie in die Kirche geht“, schrieb der 31-Jährige. Er hob hervor, dass Özdemir bestens integriert sei, sich demokratischen Wahlen gestellt habe und diese mit den meisten Stimmen gewonnen habe.

Besonders bemerkenswert: Walczak erinnerte daran, dass Özdemir Angriffe auf AfD-Mitglieder verurteilt und sich 2024 skeptisch zu einem AfD-Verbot geäußert habe. „Das ist nicht das Verhalten eines Sultans, sondern eines Demokraten“, so das klare Urteil des AfD-Politikers.

Breite Verurteilung und parteiinterne Konsequenzen

Die Reaktionen auf Baums Beitrag sind überwiegend negativ. Ein viel beachteter Kommentar fasst die allgemeine Stimmung zusammen: „Hier ist einer der Gründe, warum die AfD bis heute nicht als echter Koalitionspartner in Betracht gezogen werden kann. Schade!“

Der aktuelle Vorfall ist nicht der erste Konflikt um die 69-jährige Politikerin. Bereits bei der Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl wurde sie von den Mitgliedern in Baden-Württemberg nicht mehr nominiert. Daraufhin wich Baum für ihre Bundestagskandidatur in einen Wahlkreis in Sachsen-Anhalt aus, wo sie sich ein Mandat sicherte.

Komplizierte Mitgliedschaft und anhaltende Spannungen

Ironischerweise blieb Baum formal Mitglied im AfD-Landesverband Baden-Württemberg, obwohl sie dort politisch bereits abgesägt worden war. Landesvorsitzender Markus Frohnmaier nannte ihren Wechsel nach Sachsen-Anhalt gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ eine „Mitgliederverarsche“ und betonte, er habe nichts von ihrer fortbestehenden Mitgliedschaft gewusst.

Frohnmaier ging davon aus, dass Bundestagsabgeordnete ihren Hauptwohnsitz in jenem Wahlkreis haben sollten, in dem sie das Direktmandat errungen haben. Baum verkündete jedoch vergangenes Jahr öffentlich, dass sie den Hauptwohnsitz in Baden-Württemberg behalten wolle – „das musste ich meinen noch schulpflichtigen Enkeln versprechen“.

Der aktuelle Vorfall zeigt erneut die tiefen Gräben und internen Konflikte innerhalb der AfD, die selbst vor der Verteidigung politischer Gegner nicht zurückschrecken, wenn es um demokratische Grundsätze und Anstand geht.

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