Feuerinferno in Kehler Disco: 750 Gäste entkommen knapp der Katastrophe
Was für ein Wunder in der Nacht zum Sonntag: Gerade noch rechtzeitig konnten alle 750 Feiernden aus dem brennenden "K Club" in Kehl im baden-württembergischen Ortenaukreis entkommen. Das Feuer brach im VIP-Bereich der Diskothek aus und breitete sich rasend schnell aus. Niemand wurde schwer verletzt, lediglich drei Personen mussten aufgrund der extremen Stresssituation medizinisch behandelt werden.
Panik und geordnete Flucht
Augenzeuge William R. (26) schildert gegenüber Medien das Drama: "Das Feuer brach im VIP-Bereich aus. Wir hörten mehrere Explosionen. Der DJ rief sofort, dass wir alle den Club verlassen sollen." Der junge Mann versuchte zunächst, durch eine Hintertür zu fliehen, doch diese war blockiert. "Jemand hat sie eingetreten, und wir konnten entkommen." Auf Videos, die in sozialen Netzwerken kursieren, ist zu sehen, wie sich die Menschen in ihren Party-Outfits dicht gedrängt aus dem Gebäude schieben, während sich bereits dichter Rauch über der Tanzfläche ausbreitet und die Discolichter noch blitzen.
Feuerwehr im Großeinsatz
Als die Feuerwehr am frühen Sonntagmorgen eintraf, stand die Diskothek bereits im Vollbrand. Alle Gäste befanden sich jedoch bereits in Sicherheit. Annette Lipowsky von der Stadtverwaltung Kehl lobte die schnelle Reaktion: "Die Betreiber haben das echt gut gemacht." Die Einsatzkräfte kämpften sich mit schwerem Gerät zu den Glutnestern vor, die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden an.
Bedrohliche Bilder des Infernos
Die entkommenen Gäste wurden draußen Zeugen eines beeindruckenden und zugleich bedrohlichen Bildes: Dicker Rauch stand über dem Club, von den lodernden Flammen angestrahlt und hüllte das Gebäude in ein gespenstisches Orange. Von weitem waren die aggressiv lodernden Flammen zu sehen, die sich durch den Club fraßen und meterhoch aus dem Dach schossen.
Erinnerungen an frühere Tragödien
Spätestens draußen wurde allen klar, dass sie nur knapp einer Katastrophe entgangen waren. Das Feuer weckt schlimme Erinnerungen an das Silvester-Inferno von Crans-Montana in der Schweiz, bei dem vor wenigen Monaten 41 Menschen ums Leben kamen und Dutzende verletzt wurden. Dort hatten funkensprühende Partyfontänen Schaumstoff an der Decke entzündet.
Die Ursache des Feuers im "K Club" ist noch nicht bekannt. Die Ermittlungen der Behörden laufen. Für William R. bleibt vor allem ein persönlicher Verlust: "Verbrennt ist nur mein Autoschlüssel an der Garderobe. Ich bin froh, dass ich noch am Leben bin." Eine Besucherin verlor auf der Flucht offenbar sogar einen Schuh – ein kleines Opfer angesichts der möglichen Alternative.



