Ehefrau von CDU-Spitzenkandidat Hagel nimmt Stellung zu umstrittenem Video
Hagels Ehefrau äußert sich zu umstrittenem Schülerinnen-Video

Ehefrau von CDU-Spitzenkandidat Hagel nimmt öffentlich Stellung

In der heißen Phase des baden-württembergischen Landtagswahlkampfs hat Franziska Hagel, die Ehefrau des CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel, öffentlich zu einem umstrittenen Video Stellung genommen. Das acht Jahre alte Material, in dem Hagel über die "rehbraunen Augen" einer Schülerin sprach, hatte in den vergangenen Tagen für erhebliche Diskussionen gesorgt.

"Das hat irgendwie gar nicht zu ihm gepasst"

In einem gemeinsamen Interview mit dem Magazin "Bunte" äußerte Franziska Hagel ihre Gedanken zu den aktuellen Entwicklungen. "Na ja, dass dieser Satz mal solche Wellen schlägt, hätte ich, ganz ehrlich gesagt, nicht gedacht", erklärte sie. Gleichzeitig räumte sie ein: "Ich fand ihn aber einfach nicht gut. Das hat irgendwie gar nicht zu ihm gepasst."

Das Video zeigt den damals 29-jährigen Landtagsabgeordneten Hagel bei der Schilderung eines Schulbesuchs. In seiner Beschreibung erwähnte er, dass in der Klasse "80 Prozent Mädchen" gesessen hätten und kommentierte: "Also da gibt's für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen." Über eine Schülerin namens Eva sagte er: "Ich werd's nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen."

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Wahlkampf in entscheidender Phase

Die Verbreitung des Mitschnitts durch eine grüne Bundestagsabgeordnete in sozialen Netzwerken fiel in die entscheidende Phase des Wahlkampfs. Die Landtagswahl in Baden-Württemberg findet am kommenden Sonntag statt, wobei Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nicht mehr antritt. Für die Grünen geht Cem Özdemir ins Rennen, während die CDU auf Manuel Hagel setzt.

Obwohl die CDU in Umfragen der vergangenen Monate deutlich vorne lag, ist der Vorsprung zuletzt deutlich geschmolzen. Die aktuelle Debatte könnte dabei eine weitere Rolle spielen.

Persönliche Einschätzungen und Rückendeckung

Franziska Hagel zeigte sich von der Reaktion ihres Umfelds überrascht: "Was mich aber wirklich überrascht, war nicht die Debatte, sondern wie viele Menschen sich gemeldet haben, die Manuel auch kennen und sagen: 'Das ist nicht der Mensch, den wir kennen und erleben.'"

Manuel Hagel selbst bezeichnete den damaligen Satz erneut als "Mist" und hatte sich bereits vergangene Woche davon distanziert. Er verwies darauf, dass seine Frau ihm damals "direkt den Kopf gewaschen" habe. Franziska Hagel relativierte diese Aussage: "Das klingt dramatischer, als es war, wir haben geredet, so wie wir das immer tun."

Umfrageergebnisse zeigen gespaltene Meinungen

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt ein gemischtes Bild. Von den Befragten, die von dem Video gehört hatten, gaben 47 Prozent an, dass es ihr Bild von Hagel eher verschlechtert habe. Allerdings erklärten 13 Prozent, nun sogar ein positiveres Bild von ihm zu haben, während 38 Prozent keine Veränderung ihrer Einschätzung feststellten.

Viele Befragte hatten laut der Umfrage von der Debatte gar nichts mitbekommen. Für die Erhebung wurden vom 25. Februar bis 3. März 1.010 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in Baden-Württemberg befragt.

Einblicke in die private Beziehung

Die Hagels sind seit einem Jahrzehnt verheiratet und haben drei kleine Söhne. Franziska Hagel betonte: "Ich würde ihn sofort wieder heiraten. Diese zehn Jahre waren geprägt von Liebe, Geborgenheit und natürlich auch von ein paar Herausforderungen." Sie beschrieb ihren Ehemann als Partner "auf Augenhöhe".

Manuel Hagel wiederum lobte seine Frau als "extrem stark und selbstbewusst" und erklärte: "Genau dafür liebe ich sie." Auf die Frage nach der Familienhierarchie antwortete der Spitzenkandidat ohne Zögern: "Meine Frau, ohne jeden Zweifel. Das ist auch sehr gut so. Sie managt quasi unseren Familienbetrieb."

Bislang hatte Hagel sein Privatleben weitgehend aus der Politik und dem Landtagswahlkampf herausgehalten. Öffentliche Auftritte mit seiner Ehefrau sind entsprechend selten, was die aktuelle Stellungnahme besonders bemerkenswert macht.

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