CDU in Baden-Württemberg nach Wahlschlappe: Hagel bleibt Landeschef
Stuttgart – Nur einen Tag nach der äußerst knappen Niederlage bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat sich der CDU-Landesvorstand zu einer Krisensitzung zusammengefunden. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Zukunft des Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden Manuel Hagel. Wie aus Teilnehmerkreisen exklusiv bekannt wurde, bot der 37-Jährige in der Sitzung am Montagabend seinen Rücktritt von beiden Ämtern an.
Einstimmige Ablehnung des Rücktrittsgesuchs
Die Reaktion der Parteifreunde ließ nicht lange auf sich warten: Einstimmig lehnte der Vorstand Hagels Rücktrittsangebot ab. Stattdessen erhielt der Landeschef den klaren Auftrag, in seiner Position zu verbleiben und mögliche Koalitionsverhandlungen mit den siegreichen Grünen zu führen. „Führung war und ist für mich immer mit Verantwortung verbunden“, soll Hagel laut Teilnehmern erklärt haben. Aus diesem Grund habe er angeboten, beiseitezutreten und den Weg für einen neuen Landesvorsitzenden freizumachen.
Unterstützung aus der Bundespartei
Besonders deutlich wurde die Unterstützung für Hagel durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die früher selbst Generalsekretärin der baden-württembergischen CDU war. Die 46-Jährige wies darauf hin, dass die CDU mit 56 Mandaten im neuen Landtag vertreten sein werde und im Vergleich zur letzten Wahl etwa sechs Prozentpunkte hinzugewonnen habe. Dies stelle „Augenhöhe“ mit den Grünen dar und sei maßgeblich Hagels Verdienst. Warken betonte zudem, dass die CDU für linke Politik nicht zu haben sei.
Schmutzkampagne als Wahlkampf-Hindernis
Vize-Generalsekretärin Christina Stumpp (38) äußerte sich zur knappen Niederlage gegen die Grünen. Ihrer Ansicht nach lag die Ursache nicht bei Hagel selbst, sondern bei der „Schmutzkampagne“, die gegen ihn geführt worden sei. Diese habe deutliche Spuren hinterlassen und das Wahlergebnis beeinflusst. CDU-Vize Andreas Jung (50) zeigte sich kämpferisch und bekräftigte, dass Hagel das volle Vertrauen der Partei genieße. Er habe nun den klaren Auftrag, für die CDU zu verhandeln und deren politische Inhalte zu vertreten.
Ausblick auf Koalitionsgespräche
Mit der Entscheidung, Manuel Hagel im Amt zu belassen, sendet die CDU in Baden-Württemberg ein Signal der Geschlossenheit. Der Landeschef erhält damit nicht nur Rückendeckung für die anstehenden Koalitionsverhandlungen, sondern auch das Mandat, die christdemokratischen Positionen in möglichen Gesprächen mit den Grünen zu vertreten. Die Partei positioniert sich damit klar für die kommenden politischen Auseinandersetzungen im Südwesten Deutschlands.



