Kretschmann verweigert Details zu traumatischer Internatsvergangenheit
Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat erneut deutlich gemacht, dass er nicht öffentlich über seine schwierige Zeit im Internat sprechen möchte. In Stuttgart reagierte der Grünen-Politiker auf Nachfragen einer Journalistin mit klaren Worten: "Ich erzähle ihnen jetzt keine Details aus meinem Internatsleben", sagte Kretschmann und betonte, dass diese Ereignisse fast 60 Jahre zurückliegen und nicht erneut aufgerührt werden sollten.
Gewalt und Übergriffe prägten die Jugend
Die bekannten Fakten aus seiner Schulzeit umfassen ein dunkles Kapitel, das von Prügeleien, systematischem Angstmachen bis hin zu sexuellen Übergriffen reicht. Kretschmann besuchte nach der Volksschule ein katholisches Internat im oberschwäbischen Riedlingen, das er jedoch bereits mit 16 Jahren verließ, um auf ein Gymnasium zu wechseln. Rückblickend berichtete er von gewalttätigen Erziehungsmethoden, die ihn nachhaltig beeinflussten.
In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" hatte der Ministerpräsident kürzlich erklärt, dass seine Eltern zwar liberal gewesen seien, ihn aber dennoch in dieses autoritäre Internat schickten, "in dem alles stattgefunden hat, was man darüber heute so weiß". Diese Erfahrungen führten bei Kretschmann zu einer tiefen Abscheu gegen autoritäre Strukturen, wie er in der Vergangenheit mehrfach betonte.
Autoritäre Methoden und harte Strafen
Die Internatszeit beschrieb Kretschmann einst als "einfach schlimm", wobei der Gehorsam über allem stand. Konkret schilderte er, dass Schüler, die schlechter als eine Note 4- hatten, sich beim Rektor Ohrfeigen abholen mussten. Diese brutalen Erziehungsmethoden hinterließen bei dem heutigen Regierungschef bleibende Spuren und prägten seine kritische Haltung gegenüber autoritären Systemen.
Obwohl Kretschmann in der Vergangenheit immer wieder kritische Äußerungen zu dieser Zeit machte, besteht er nun darauf, das Thema nicht weiter zu vertiefen. Seine Aussagen unterstreichen das Trauma, das viele Schüler in solchen Einrichtungen erlebten, und werfen ein Schlaglicht auf die dunklen Seiten der Erziehungsgeschichte in Deutschland.



