Theo Müller rät CDU in Baden-Württemberg zu Koalition mit AfD – Kontroverse um Unternehmer
Müller rät CDU zu AfD-Koalition in Baden-Württemberg

Theo Müller rät CDU zu Koalition mit AfD in Baden-Württemberg

Der umstrittene Molkereiunternehmer Theo Müller hat sich in die Debatte zur Regierungsbildung in Baden-Württemberg eingemischt und der CDU eine Koalition mit der rechtsextremen AfD empfohlen. Dies geschieht kurz nach der knappen Landtagswahl, bei der die Grünen mit 30,2 Prozent knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent lagen, beide jedoch jeweils 56 Mandate erhielten.

Müllers Äußerungen und Reaktionen

In einem Interview mit der Zeitung „Welt“ sagte der 86-jährige Müller: „Die CDU muss sich nicht kleinmachen und Juniorpartner von Cem Özdemir werden. Sie könnte stattdessen auch mit der AfD regieren oder sich von ihr dulden lassen.“ Er lobte zudem den AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier mit den Worten: „Was der sagt, hat Hand und Fuß. Ich wüsste nicht, was gegen eine CDU-geführte Landesregierung spricht, die mit der AfD von Herrn Frohnmaier zusammen regiert.“

Diese Aussagen stehen im Kontrast zu Müllers früheren Handlungen. Noch vor Kurzem verklagte er die Plattform Campact wegen der Behauptung, er unterstütze die AfD, und scheiterte vor Gericht. Campact-Sprecherin Christin Furtenbacher kommentierte: „Müller zeigt nun offen, wofür er steht. Er empfiehlt der baden-württembergischen CDU eine Regierung mit der AfD. Noch vor Kurzem wollte er per Unterlassungsklage verhindern, dass seine Unterstützung für die AfD öffentlich wird.“

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Hintergrund und politische Lage

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg führte zu einem Patt zwischen Grünen und CDU, wobei eine Fortführung der bestehenden Koalition aus Grünen und CDU als einzig realistische Option gilt, da die CDU eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt. Müller riet der CDU dennoch, bei der Wahl des Ministerpräsidenten einen eigenen Kandidaten aufzustellen, und argumentierte: „Die Wahl ist geheim. Wer dort am Ende wen wählt, weiß niemand.“

Müller ist bereits mehrfach durch Sympathiebekenntnisse für die AfD aufgefallen, darunter seine Teilnahme an einer Geburtstagsfeier mit Alice Weidel und anderen aus dem extrem rechten Spektrum. Campact startete daraufhin eine Kampagne mit über 2,2 Millionen Stickern und Projektionen wie „Alles AfD, oder was?“, die Müllers Haltung kritisierten.

Furtenbacher betonte, je klarer sich Müller zugunsten der AfD positioniere, desto relevanter werde die Frage, welche Haltung der Müllermilch-Konzern dazu vertritt. Die Debatte um Müllers Einfluss auf die Politik in Baden-Württemberg dürfte damit weiter an Schärfe gewinnen.

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