Preisschock auf Polenmarkt: Zigaretten werden deutlich teurer
Preisschock auf Polenmarkt: Zigaretten teurer (07.05.2026)

Böse Überraschung für alle Besucher des Grenzmarktes in Swinemünde. Ab März sollen die Zigarettenpreise hier drastisch steigen. Der Stangenpreis für Zigaretten wird im Schnitt um stolze fünf Euro ansteigen. Doch damit nicht genug: Weitere Preissteigerungen sind bereits geplant. Schuld daran ist die polnische Regierung, die die Tabaksteuer schrittweise erhöht – sehr zum Leid der Händler.

Hunderte Zigarettenhändler betroffen

Hunderte Stangen Zigaretten liegen fein sortiert in den Auslagen. Stangenpreise in Złoty und Euro sind auf kleinen Klebezetteln notiert. Diese Stände, meist auf offener Straße oder auf dem Polenmarkt selbst aufgebaut, gibt es in der Grenzregion zu Vorpommern zuhauf. Doch damit könnte bald Schluss sein.

Seit Jahren arbeitet die polnische Regierung daran, die Zigarettenpreise durch Steuererhöhungen zu verteuern. Mit einer Verbrauchssteuer auf Tabakprodukte möchte sie den Konsum senken, Gesundheitsrisiken verringern und die Staatseinnahmen erhöhen. Die neueste Welle der Steuererhöhungen sieht vor, dass eine Schachtel Zigaretten in Polen ab 2027 rund 2,70 Euro mehr kosten wird als noch 2024.

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Steuererhöhung in drei Schritten

Die neue Steuer wird schrittweise angehoben. Gestartet wurde die Erhöhung im März 2025 mit zunächst 25 Prozent. Im Januar 2026 folgte eine weitere Steigerung um 20 Prozent. Für 2027 ist ein letzter Aufschlag von 15 Prozent geplant. Für die polnischen Zigarettenhändler ist das ein harter Schlag.

David, Mitte vierzig und seit 18 Jahren Zigarettenhändler auf dem Grenzmarkt in Swinemünde, verkauft derzeit noch Ware, die er vor der Preiserhöhung im Januar eingekauft hat. „Ab März muss ich für die Stange fünf Euro mehr nehmen“, sagt er. Dabei besuchen schon jetzt deutlich weniger Kunden seinen Laden als früher. „Ich weiß langsam nicht mehr, wo das alles noch hinführen soll. Es bleiben immer mehr Kunden weg, weil es einfach zu teuer geworden ist.“

Er erinnert sich an seine Anfangsjahre: „Damals habe ich eine Stange Zigaretten für 17 Euro verkaufen können.“ Heute seien manche Marken wie Davidoff mit 70 Euro pro Stange fast so teuer wie in Deutschland.

Auch Jakub hat in seinem Laden noch Restbestände, die er günstiger anbieten kann. Doch seit März wird es auch bei ihm teurer. „Die scheiß Regierung ist schuld“, sagt der 30-Jährige. „Weil die immer mehr Steuern haben wollen, geht uns hier das Geschäft kaputt.“ Auch er habe noch Restbestände, aber sobald er die neuen, gestiegenen Preise verlangen müsse, rechnet er mit deutlich weniger Umsatz.

Nicht nur Händler betroffen

Der Preissprung der früher so günstigen Zigaretten aus Polen trifft nicht nur die Händler. Rentnerin Rita P. aus Fulda ist mit ihrem Mann auf der Ostseeinsel im Urlaub. Bei einem Ausflug auf den Polenmarkt auf Usedom berichtet sie von ihren Erfahrungen: „So günstig, wie man immer hört, war der Einkauf jetzt nicht.“ 50 Euro pro Stange Zigaretten habe sie bezahlt. Dass der Preis in den kommenden Wochen noch einmal steigen soll, findet sie nicht gut. Wer sparen möchte, sollte laut Rita darauf achten, nicht mit Euro, sondern in Złoty oder mit Karte zu bezahlen – das drücke den Preis etwas.

Und auch wenn 50 Euro pro Stange mittlerweile ein stolzer Preis für Zigaretten aus Polen ist: „Günstiger als in Deutschland ist es immer noch“, sagt die Rentnerin.

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