Sirene am Warener Hafen sorgt bei Probealarm für Aufsehen
Sirene am Warener Hafen sorgt bei Probealarm für Aufsehen

Touristen und Einheimische, die in der Touristenmetropole Waren am Hafen in Ruhe ihren Cocktail genießen möchten, könnten demnächst einen gehörigen Schrecken bekommen. Nur rund 100 Meter östlich vom Stadthafen – dem Besuchermagneten an der Müritz – haben Spezialisten eine moderne Sirene montiert. Im Alarmierungsfall oder spätestens am bundesweiten Warntag, der in diesem Jahr am 10. September geplant ist, dürfte es an dieser Stelle ziemlich laut werden. Den Alarm sollte niemand überhören, aber wegen der plötzlichen enormen Lautstärke an diesem beliebten Treffpunkt könnten schreckhaften Mitbürgern durchaus die Tasse oder das Glas aus der Hand fallen.

Stadt erfüllt Katastrophenschutz-Vorgaben

Einen kurzen Probealarm haben die Monteure einer Spezialfirma aus dem bayerischen Kreis Amberg-Sulzbach in dieser Woche bereits direkt nach der Montage bei herrlichem Sonnenschein erklingen lassen. Fast alle Köpfe der Besucher drehten sich sofort in Richtung des Hafen-Toilettenhäuschens, denn gleich dahinter an der Unterwallstraße liegt der Standort der Sirene. Auch einige Autofahrer und Radfahrer schauten sich erschrocken um.

Mit dieser Gerätemontage erfüllt die 21.000-Einwohner-Stadt die aktuellen Vorgaben zum Katastrophenschutz. Bisher gab es vor allem bekannte Standorte rings um die Altstadt, wie an der Feuerwehr in der Goethestraße, am Gymnasium, auf dem Papenberg sowie in der Westsiedlung und an der Schule Waren-West. Der neue Standort liegt sozusagen genau auf der früheren Bahnstrecke, als diese noch über den Hafen verlief.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Installation an 20 Orten in der Seenplatte

Insgesamt werden derzeit an 20 Orten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte solche „Alarmmelder“ installiert. Die Kosten tragen laut Innenministerium zur Hälfte das Land und zur anderen Hälfte der Landkreis und die jeweiligen Gemeinden. An der Seenplatte sind das auch Woldegk, das am weitesten im Osten liegt, sowie die größeren Orte rings um die Müritz von Mirow über Rechlin und Röbel. Einer Erhebung zufolge fehlten im gesamten Kreis etwa 300 Sirenen.

Diese Sirenen können neben dem Warnton auch Lautsprecherdurchsagen erklingen lassen. Im Notfall funktionieren sie unabhängig vom Mobilfunknetz und vom Stromnetz, weil sie Akkus haben. Die Lautstärke dieser über Antennen ansteuerbaren Sirenen ist unfassbar hoch.

Selbst auf dem Klo ist der Alarm nicht zu überhören

So fühlten sich einige Passanten in Waren jetzt bei der Probe schon nach wenigen Sekunden arg gestört und schrien laut, dass man den Ton sofort abstellen solle. Allerdings hat das Laute auch wieder einen Vorteil. So dürften auch die schwerhörigsten Mitmenschen einen echten Alarm mitbekommen. Und das selbst dann, wenn sie auf dem blauen „öffentlichen Örtchen“ am Stadthafen sitzen, das im Volksmund „Edel-Klo“ genannt wird und gleich vor den Sirenen steht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration