Teterow: Neue Satzung für Ehrungen nach Eklat um Gerd Kische
Teterow plant klare Regeln für Ehrenbürger-Ehrungen

Nach der gescheiterten Ernennung der Fußball-Legende Gerd Kische zum Ehrenbürger strebt die Stadt Teterow jetzt klare Regeln an, wie verdienstvolle Persönlichkeiten geehrt werden. Die Fraktionen von CDU und SPD haben dazu eine neue Satzung ins Spiel gebracht. Eine bereits 2018 beschlossene Ehrensatzung war nie veröffentlicht worden und trat deshalb nicht in Kraft.

Mehrere Möglichkeiten einer Ehrung

Bei bedeutsamen Ehrungen einzelner Bürger bedarf es einer bindenden Rechtslage, betonen CDU und SPD. Die Ehrenbürgerschaft sollte auch nicht die einzige Möglichkeit der Ehrung darstellen. „Es sollte vielmehr eine Vielfalt an Möglichkeiten in diesem Bereich geben, um besondere Persönlichkeiten der Stadt hervorzuheben. Die Ehrenbürgerschaft muss dabei die höchste Stufe der Ehrung darstellen“, meinen die beiden Fraktionsvorsitzenden Oliver Nawotke (CDU) und Grit Schmelzer (SPD). Ihr Vorschlag wurde von den Stadtvertretern einstimmig bei sechs Enthaltungen angenommen. Ob damit allerdings künftig solch ein Eklat wie jetzt bei der Ehrenbürger-Debatte verhindert werden kann, ist eher fraglich.

Vorschlag für Auszeichnung des Ehrenamtes

Trotz ihres Streites um die Person Gerd Kische haben Teterows Stadtvertreter auf ihrer jüngsten Sitzung bereits einen Weg gefunden, wie eine Auszeichnung auch aussehen könnte. Die Fraktionen von AfD, UTF und „Die Teterower“, die nach 36 Jahren mit dem bekannten Fußballer erstmals wieder einen Ehrenbürger ernennen wollten, hatten noch einen zweiten Vorschlag in die Runde gegeben und damit dann auch mehr Erfolg.

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Es geht um den ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Roland Ducks. Ihn schlägt die Stadt Teterow jetzt für die „Ehrenamtsanerkennung“ des Landkreises Rostock vor. Gewürdigt werden soll sein jahrzehntelanges Engagement in Archäologie und Denkmalpflege. Seit 1987 war Ducks an zahlreichen archäologischen Baubegleitungen, Grabungen, Bergungen und Feldbegehungen beteiligt und vermittelte Inhalte durch Führungen, Vorträge und Veröffentlichungen. Trotzdem habe Ducks seit der deutschen Wiedervereinigung noch keine entsprechende öffentliche Auszeichnung erhalten.

Ob der Landkreis Rostock den Vorschlag annimmt, wird sich am 4. September zeigen. Dann ist die Auszeichnungsveranstaltung des Landkreises geplant.

AfD will Tonband-Mitschnitte veröffentlichen

Ganz abgeschlossen ist der Fall „Gerd Kische“ für die Stadtvertreter derweil noch nicht. AfD-Fraktions-Chef Mathias Schmitus will CDU und SPD jetzt nämlich vorschlagen, die Mitschnitte der Diskussion aus dem geschlossenen Teil der Sitzung zu veröffentlichen, in dem über eine Ehrenbürgerschaft für den bekannten DDR-Fußballer und Olympiasieger gestritten worden war. Schmitus hatte den beiden Fraktionen vorgeworfen, mit „herabwürdigenden Falschbehauptungen und Verleumdungen“ und „teilweise menschenverachtend“ argumentiert zu haben.

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