Die Technische Universität Berlin hat drastische Konsequenzen aus baulichen Mängeln gezogen: Das Hauptgebäude in Berlin-Charlottenburg wird ab Samstag bis auf Weiteres geschlossen. Dies teilte die Hochschule am Freitagabend mit.
Baumängel entdeckt
Bei einer gemeinsamen Begehung von Behörden und der Berliner Feuerwehr waren „bauliche Auffälligkeiten“ festgestellt worden. Laut TU-Präsidentin Fatma Deniz handelt es sich unter anderem um nasse Wände und Wasserschäden, die auch die Stromversorgung und den Brandschutz beeinträchtigen könnten. „Aus Gründen der Vorsorge und zur Gewährleistung der Sicherheit aller Hochschulangehörigen wurde entschieden, das Gebäude vorübergehend zu schließen“, hieß es in einer Mitteilung.
„Mittlere Katastrophe“ für den Studienbetrieb
Wissenschaftssenatorin Ina Cyborra (SPD) bezeichnete die Sperrung in der RBB-Abendschau als „mittlere Katastrophe“. Die Schließung mitten im Semester treffe sowohl Lehrveranstaltungen als auch die Verwaltung. Viele Gebäude der Berliner Hochschulen seien in einem schlechten Zustand, es gebe einen erheblichen Sanierungsstau.
Suche nach Lösungen
Die TU Berlin arbeite intensiv daran, Lösungen für die kommenden Wochen zu entwickeln und umzusetzen. „Der Universitätsleitung ist bewusst, dass diese kurzfristige Maßnahme für viele mit erheblichen Einschränkungen und Unsicherheiten verbunden ist“, so die Hochschule. Senatorin Cyborra hofft auf pragmatische Lösungen und betont, dass die Baumängel über Jahre entstanden seien und nun strukturiert angegangen werden müssten.
Hintergrund: Sanierungsstau an Berliner Hochschulen
Der Berliner Senat will die Sanierung baufälliger Hochschulgebäude vorantreiben. Im April wurde die Gründung einer Hochschulbaugesellschaft (BHG) beschlossen. Diese soll sich zentral um alle großen Bau- und Instandhaltungsprojekte der landeseigenen Gebäude der elf staatlichen Hochschulen kümmern. Die Schließung des TU-Hauptgebäudes zeigt die Dringlichkeit dieser Maßnahme.



