Nach BaWü-Wahl: Weidel attackiert SPD-General in ARD-Elefantenrunde
Weidel attackiert SPD-General nach BaWü-Wahl

Nach der Baden-Württemberg-Wahl: Heftiger Schlagabtausch in der ARD-Elefantenrunde

Die politische Analyse zur Landtagswahl in Baden-Württemberg artete in der ARD-Elefantenrunde zu einem persönlichen Schlagabtausch aus. AfD-Chefin Alice Weidel (47) attackierte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf (34) direkt und unterstellte ihm, in der politischen Landschaft kaum präsent zu sein.

„Ich habe Sie noch nie gesehen“ – Weidels persönlicher Angriff

Nachdem Klüssendorf die AfD-Chefin unterbrochen hatte, konterte Weidel scharf: „Sie sind doch von der SPD, oder?“ Sie wiederholte ihre provokante Frage: „Ich habe Sie noch nie gesehen. Sie sind von der SPD?“ Der SPD-General blieb gelassen und konterte mit einem Hinweis auf Weidels Wohnsitz in der Schweiz: „Wenn Frau Weidel ihren Wohnsitz in Deutschland hätte, dann würde sie mich vielleicht kennen.“

Kritik an CDU und Grünen

Weidel richtete ihre Angriffe auch gegen CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel. Sie bezeichnete seinen Wahlkampf als „so schwach“, dass Grünen-Chef Cem Özdemir letztlich als Sieger hervorgegangen sei. Ihrer Ansicht nach handelte es sich um eine „reine Personenwahl“ ohne inhaltliche Substanz. Besonders kritisierte sie, dass Hagel freiwillig auf das Amt des Regierungschefs verzichte und als Juniorpartner unter Özdemir in die Regierung gehe – ein Verhalten, das sie als „beschämend“ und „starkes Stück“ bezeichnete.

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Reaktionen der anderen Parteien

CDU-General Carsten Linnemann zeigte sich erleichtert über das Wahlergebnis seiner Partei: „Wenn Sie mir gesagt hätten, dass wir mit 30 Prozent herausgehen, hätte ich gesagt: Kaufe ich“, kommentierte er. Er verteidigte Hagel als „nicht den falschen Kandidaten“.

Grünen-Chef Felix Banaszak (36) freute sich über den „tollen Erfolg“ seiner Partei. Er betonte, die Grünen hätten ein breites Wählerbündnis aufgebaut und profitierten von Wählern der SPD und Linken, die aufgrund der Polarisierung im Duell Hagel gegen Özdemir zu den Grünen gewechselt seien.

FDP-Chef Christian Dürr sprach angesichts der Hochrechnungen von 4,4 Prozent von einem „bitteren Wahlabend“, wollte aber keinen Niedergang seiner Partei erkennen: „Wir sind nach der Bundestagswahl bei Null gestartet und mir war klar, dass das ein Marathonlauf wird und kein Sprint ist“, erklärte er.

Gespannte Atmosphäre im Studio

Die gesamte Diskussion unter der Moderation von Hauptstadtstudio-Chef Markus Preiß war von einer miesen Stimmung geprägt. Die Angriffe gingen teilweise unter die Gürtellinie und offenbarten die tiefen Gräben zwischen den politischen Lagern. Während Weidel mit scharfen Formulierungen provozierte, versuchten die anderen Parteivertreter, ihre jeweiligen Positionen zu verteidigen und die Wahlergebnisse zu interpretieren.

Die Elefantenrunde zeigte einmal mehr, wie emotional und persönlich politische Auseinandersetzungen in Deutschland mittlerweile geführt werden. Die Baden-Württemberg-Wahl hat nicht nur die politischen Kräfteverhältnisse im Südwesten verändert, sondern auch die Fronten zwischen den Parteien auf Bundesebene weiter verhärtet.

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