Thüringen: Deutlich weniger Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2025
Weniger Schwangerschaftsabbrüche in Thüringen

In Thüringen wurden im vergangenen Jahr deutlich weniger Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Wie das Statistische Landesamt in Erfurt mitteilte, wurden 2025 insgesamt 2.845 Schwangerschaften vorzeitig beendet. Das entspricht einem Rückgang von 215 Fällen oder sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bundesweit fiel der Rückgang mit minus 0,7 Prozent deutlich geringer aus. Die meisten Eingriffe erfolgten ambulant in gynäkologischen Praxen oder speziellen OP-Zentren.

Altersverteilung und familiärer Hintergrund

Den Statistikern zufolge waren 2.445 Frauen zwischen 18 und 39 Jahre alt, während 105 Frauen jünger als 18 Jahre waren. Auch in dieser jungen Altersgruppe ging die Zahl der Abbrüche zurück. Die meisten Frauen hatten zum Zeitpunkt des Eingriffs bereits Kinder: 685 Frauen hatten ein Kind, 730 Frauen waren zweifache Mutter und 410 Frauen hatten drei oder mehr Kinder. Dies zeigt, dass viele Abbrüche bei Frauen mit bestehender Familie vorgenommen wurden.

Strukturelles Problem: Geburtenrückgang

Der Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche ändert jedoch nichts an der grundlegenden demografischen Herausforderung in Thüringen. Bereits 2024 verzeichnete der Freistaat den bundesweit stärksten Geburtenknick: Mit nur 11.803 Geburten wurde ein historischer Tiefstand erreicht. Dieser Abwärtstrend setzte sich auch im Jahr 2025 fort, wie erste vorläufige Daten zeigen. Experten sehen die Ursachen in der wirtschaftlichen Lage, der Abwanderung junger Menschen und der unsicheren Familienplanung.

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Ein Schwangerschaftsabbruch bleibt in Deutschland straffrei, wenn er innerhalb der ersten zwölf Wochen nach der Empfängnis erfolgt, eine Pflichtberatung stattgefunden hat und der Eingriff von einem Arzt durchgeführt wird. Die Zahlen zeigen, dass das Angebot an Beratungsstellen und medizinischen Einrichtungen in Thüringen weiterhin genutzt wird, auch wenn die absolute Zahl rückläufig ist.

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