Die anhaltende Wohnungsknappheit in deutschen Ballungsräumen treibt die Mieten des größten deutschen Vermieters Vonovia weiter nach oben. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg der monatlichen Durchschnittsmiete in Deutschland um 3,8 Prozent auf 8,26 Euro pro Quadratmeter. Konzernweit stieg die Miete auf 8,46 Euro pro Quadratmeter, ebenfalls ein Plus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Fast vollständige Vermietung
Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen hoch, was sich in einer äußerst niedrigen Leerstandsquote widerspiegelt. In Deutschland lag diese Ende März bei lediglich 1,9 Prozent, was einer nahezu vollständigen Vermietung des Bestands entspricht. Besonders in der Hauptstadtregion ist der Druck groß: Von den rund 138.000 Wohnungen im Raum Berlin waren nur 0,8 Prozent nicht vermietet. Die Durchschnittsmiete in Berlin betrug 8,23 Euro pro Quadratmeter.
Regionale Unterschiede
Die Mietpreise variieren stark zwischen den verschiedenen Regionalmärkten. Die höchste Durchschnittsmiete erzielte Vonovia im Raum München mit 10,57 Euro pro Quadratmeter, gefolgt vom Rhein-Main-Gebiet mit 10,19 Euro. Am günstigsten wohnt es sich im Regionalmarkt Bremen, wo die Miete im Schnitt 7,27 Euro pro Quadratmeter beträgt. Die höchste Leerstandsquote verzeichnete der Raum Hannover mit 3,3 Prozent.
Operatives Ergebnis gestiegen
Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) legte im Jahresvergleich um 1,4 Prozent auf knapp 712 Millionen Euro zu. Dazu trugen neben den höheren Mieteinnahmen auch Zusatzleistungen wie Handwerkerdienste und Energievertriebe bei. Der bereinigte Gewinn nach Steuern und Zinsen, der den Aktionären zufällt, sank jedoch um 7,2 Prozent auf rund 366 Millionen Euro, was vor allem auf gestiegene Finanzierungskosten zurückzuführen ist.
Neuer CEO bekräftigt Strategie
Der seit Januar amtierende Vorstandsvorsitzende Luka Mucic äußerte sich zufrieden mit der Entwicklung. „Bei Vonovia wohnen die Menschen zu fairen Preisen“, betonte er. „Vonovia steht als Marktführer im Zentrum des Megatrends Urbanisierung und der damit verbundenen Nachfrage nach Wohnraum.“ Das Unternehmen setze auf den Bau bezahlbarer Wohnungen, sowohl mit konventionellen als auch mit seriellen Bauverfahren, um die Projekte zügig fertigzustellen. Dies diene nicht nur dem eigenen Bestand, sondern auch Dritten.
Vonovia bewirtschaftete Ende März in Deutschland knapp 471.000 eigene Wohnungen. Hinzu kommen rund 40.000 in Schweden und etwa 20.000 in Österreich, sodass der Konzern insgesamt knapp 531.000 Wohnungen verwaltet. Die Prognose für das laufende Jahr wurde bestätigt.



